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Willkommen in Marokko: Hammer Landschaft, 2 Blitzer & Weihnachten im Sand

Aktualisiert: 26. Dez 2018

Mit der Fähre geht es ratz fatz von Algeciras nach Tanger Med. Viel los ist nicht auf dem Schiff. Ich stehe zwischen lauter Weissware (fette Wohnmobile) unter Deck, wir können uns auf Anhieb nicht leiden.

In Tanger Med kommen wir recht flott durch den Zoll und dann sind wir bereit für Marokko. Wir düsen los Richtung Nord-Osten und fahren an der Küste entlang nach Oued Laou (vorbei an Tétouan) und von dort dem gleichnamigen Fluss folgend nach Chefchaouen. Die Landschaft ist wunderschön.

Was mich nervt: ich bin noch nicht einmal zwei Stunden auf Marokkos Straßen und schon werde ich von der Gendarmerie rausgezogen und zur Kasse gebeten. Mit Laserpistole haben sie mich erwischt, 10 km/h zu schnell für umgerechnet 15 Euro. Simon lässt sich erst mal die angebliche Aufnahme zeigen und verlangt eine Quittung. Mein Tacho funktioniert nicht so genau und bisher sind wir nach Gefühl gefahren. Das ist in Marokko jetzt etwas blöd, hier stehen sie hinter jeder Ecke.

Am Abend kommen wir in Chefchaouen an und steuern den Campingplatz oberhalb der Medina (Altstadt) an. Eigentlich wollen sich Claudia und Simon noch ins Getümmel stürzen, aber nach der langen Fahrt sind wir alle recht erledigt. Fränkische Gulaschsuppe und ab ins Bett. Tagsüber ist es richtig warm, aber nachts wird es saukalt.

Am nächsten Morgen, die Sonne lacht, da wird doch gleich mal ein ausgiebiges Frühstück gemacht. Heute ist Stadtbummel für die Beiden angesagt, ich chille hier am Platz mit einem VW T2 und einem Defender neben mir, so gefällt mir das.

Claudia bekommt Herzrasen bei all den schönen blauen Häusern, Gassen und Schnulliläden mit Schmuck, Deko, Taschen, ... Hier lässt es sich aushalten.

Morgen soll es weitergehen, wohin entscheiden wir morgen (entweder Richtung Meer oder Wüste). Am Abend laden wir Julia und Jens zu uns ein (unsere Nachbarn vom Defender). Zum draußen sitzen ist es zu kalt und da bietet ein VW T3 schon mehr Platz zum drinnen sitzen und Gäste einladen.


Und wieder geht die Sonne auf. Abfahrt heute? Simon wechselt erst einmal meine Reifen durch, damit sie gleichmäßig abgefahren werden. Danach wird überlegt, wohin es gehen könnte. Das Ergebnis: der Defender und ich werden zusammen zum Erg Chebbi fahren, in zwei Tagesetappen mit einem Zwischenstopp bei Midlet. Heute losfahren lohnt sich nicht mehr, ist schon Nachmittag. Morgen 09.00 Uhr ist Abfahrt (so der Plan). Am Abend gibt es eine große Grillrunde mit marokkanischen Lammwürstchen. Die schmecken echt lecker und Claudia muss nicht würgen (Lamm ist eigentlich nicht so ihr Ding).

Die "Grillfamilie" aus Südafrika ist seit sechs Jahren mit zwei Kindern (14 und 19) unterwegs (www.a2aexpedition.com), die französische Familie im VW T2 mit drei Kindern (5, 8 und 10) seit September, Jens und Julia seit Juni und wir gerade mal 5 Wochen.


Nächster Morgen, ich bin 09.00 Uhr startklar, der Rest nicht. 09.45 Uhr schaffen wir es vom Campingplatz zu kommen. Zwei Stunden später werde ich wieder von der blöden Gendarmerie mit Laserpistole erwischt, Simon ist stinksauer. Er kann entweder 300 DH (30 Euro) mit Quittung bezahlen oder einfach 100 DH (10 Euro) ohne Quittung an den blöd grinsenden Polizisten überreichen. Simon will die Korruption eigentlich nicht unterstützen, entscheidet sich dann aber doch für die 100 DH. Wir sind acht Stunden unterwegs, die Landschaft ist so abwechslungsreich, dass ich ohne Langeweile vor mich hin düse (genauestens auf die Geschwindigkeit achtend). Mittlerweile habe ich ein gutes Auge dafür wo wieder einer mit seiner Laserpistole lauert.

Zum Sonnenuntergang kommen wir 20 km vor Midlet auf dem Camping Ksar Timnay an. Advent, Advent das vierte Lichtlein brennt. Es gibt marokkanische Tajine im Restaurant, kochen und abspülen mag nach der langen Fahrt keiner mehr.


Es ist Weihnachten! Gleich morgens wird die Lichterkette angemacht, das kleine Holzbäumchen aufgestellt und die Weihnachtsmusik läuft. Endlich packt Claudia die Weihnachtsstimmung. Die letzten Tage hat sie sich damit ein bisschen schwer getan. Am Heilig Abend wollen wir am Erg Chebbi in der Wüste sein. Wenn schon kein Schnee, dann wenigstens Sand. Nach dem Frühstück machen wir uns auf dem Weg nach Merzouga. Die Strecke ist der Hammer, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Weihnachtsmusik dudelt vor sich hin, ein toller Weihnachtstag.


Der Defender flitzt nicht so leicht wie ich die Berge hoch, lahme Gurke. Endlich sehen wir die Wüstenfelder vor uns. In der Nähe von Merzouga schlagen wir im Camp Les Pyramides unser Lager auf. Und während zu Hause alle das Weihnachtsessen genießen, quälen sich Simon und Claudia zum Sonnenuntergang die hohe Düne hoch. Claudia ist fast am Aufgeben und der Meinung, auf der Hälfte haben sie auch einen tollen Ausblick, reicht doch. Simon reicht das natürlich nicht und die Qual lohnt sich...

Nach der Wanderung beginnt auch für uns, zusammen mit Julia und Jens, der Weihnachtsabend. Lagerfeuer, Lichterketten, Kerzen, Weihnachtsmusik und 1 Kilo marokkanische Würstchen. Perfekt! Leider landet ein halbes Kilo der Würstchen im Sand. Macht nichts, so kann Simon seine Dose Nürnberger Bratwürste noch auf den Grill hauen und alle sind glücklich. Ein wunderschöner Heilig Abend!

Ihr Lieben, wir wünschen Euch allen fröhliche Weihnachten und besinnlich Feiertage! Wir denken an Euch und schicken ein wenig Sonne rüber.


Für uns heißt es die nächsten Tage: Wüste genießen und ein paar Offroad-Strecken fahren.

Der süsse Hund wohnt hier im Camp und hat Claudia und Simon heute durch die Wüste geführt.




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