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  • ClauSi

Wüstenspaß, off-road nach Zagora und happy new year

Ich bin wieder im Sand, ClauSi der alte Hoppelhase (so wurde ich in der Sahara von Tunesien getauft) is back in the desert! Es fühlt sich so gut an! Auch wenn die Wüste hier am Erg Chebbi nicht vergleichbar ist mit der Sahara in Tunesien (man hat nicht diese unendliche Weite und sieht von der hohen Düne aus den Anfang und das Ende - also alles überschaubar und es fehlt die Ruhe - sehr touristisch). Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau und es lässt sich hier gut aushalten.

Nachdem wir gestern einen relaxten Tag hatten und die wichtigste Aufgabe Nixtun war, ist heute Programm angesagt.

Simon hat im GPS Off-Road Reiseführer Marokko von Sabine und Burkhard Koch (www.pistenkuh.de) eine schöne Tour bei Merzouga rausgesucht, die in den südwestlichen Zipfel Marokkos (nahe der algerischen Grenze) führt. Ich freue mich, von Piste, Kiesebene und Sand ist alles dabei, was ich unter die Räder bekommen werde.

Die Tour macht mega Spaß und die Landschaft ist toll. Unendliche Weite und man könnte denken, wir sind alleine. Doch sobald wir irgendwo im Nirgendwo anhalten, kommt wie aus dem Nichts ein Moped angeknattert oder Kinder und Händler umringen uns. Trotzdem finden wir immer wieder schöne Plätzchen, man muss nur rechtzeitig abhauen, bevor sie einen erspähen.

Und dann ist es soweit, ich setze meine Pfötchen endlich wieder auf Sand und fahre die Dünen hoch und runter. Oh wie habe ich das vermisst. Etwas übermütig bleibe ich in einer mini Düne stecken, ich habe den weichen Sand übersehen. Nachdem ich Luft aus den Reifen lasse, buddelt mich Simon schnell wieder frei.

Wieder auf der Piste gebe ich so richtig Gas und ziehe eine fette Staubwolke hinter mir her. Simon und ich sind ein eingespieltes Team, die Piste gehört uns. Und ich muss Claudia loben, sie führt uns anhand der GPS-Karte den Track entlang. Hätte ich ihr, ehrlich gesagt, nicht zugetraut. Kartenlesen und navigieren ist ja nicht so ihr Ding und mit rechts und links hat sie bei der Routenführung auch manchmal Probleme. Aber zielsicher navigiert sie uns von einem Trackpunkt zum Nächsten.


Zurück am Erg Chebbi umrunden wir das große Dünenfeld von der anderen Seite und finden eine gemütliche Auberge mit Campingplatz (Sahara Garden) umgeben von Palmen mit Swimmingpool. Ich bin eingestaubt, von oben bis unten und einfach nur glücklich (so wie Claudia und Simon - sie genießen jeden Tag).

Täglich grüsst das Murmeltier: wie jeden Morgen blauer Himmel und Sonnenschein, ein ausgiebiges Frühstück - so muss es sein.

Jens und Julia wollen heute zum See Flamingos anschauen. Uns zieht es in den Sand und wir düsen ein wenig in den Dünen rum. Claudia hat etwas Magenflattern, Simon ist völlig geflasht und begeistert, wie ich ohne Probleme über die Dünen hoppel (hatte ja genug Übung in Tunesien und diesmal funktioniert der Ladedruck und die Differenzialsperren ohne Probleme).

Am Abend treffen wir Julia und Jens im Camp Les Pyramides und planen die nächsten Tage. Wir wollen uns übermorgen auf den Weg nach Zagora machen. Für die off-road Strecke sind 2-3 Tage angesetzt. Daher wird morgen ein Relax- und Vorbereitungstag eingelegt.

Am nächsten Tag fahre ich mich doch tatsächlich im Sand auf dem Campingplatz fest. Wir wollten nur mal schnell zum Einkaufen und Tanken. Voll peinlich, ich hatte vergessen, dass ich schon wieder den Reifendruck auf Straßenniveau angepasst hatte. Zum Glück hat es keiner gesehen. So glaubt mir niemand, dass ich ClauSi der Wüsten-Hoppelhase bin!


Nach unserem Ausruhtag starten wir relativ früh unsere Tour Richtung Zagora. Mal sehen wie weit wir heute kommen und ob wir es in 2 oder 3 Tagen schaffen, Eile haben wir keine. Es geht wieder über Pisten, Steine, Sand und übles Wellblech (da weiss ich schon mal was mich Richtung Asien erwartet). Wir schaffen knapp 90 Kilometer und schlagen unser Nachtlager an einer hohen Sanddüne auf. Simon braucht nach 7 Stunden Fahrt noch etwas Bewegung und schafft es Claudia zu motivieren mit ihm die Düne hochzuwandern. Der Aufstieg lohnt sich mal wieder.

Nach zwei Stunden Wanderung, zwei Bier, einem atemberaubenden Ausblick und Dünenrun runterwärts kommen die Beiden überglücklich zurück. Am Abend gibt es saure Zipfel (=gebrühte Bratwürste, nicht dass hier jemand auf falsche Gedanken kommt) mit Bratkartoffeln, ein bisschen Heimat muss ab und zu sein.


Gegen 09.30 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg. Es gibt landschaftlich so viel zu sehen. Claudia ist völlig aus dem Häuschen, so schön und abwechslungsreich hat sie sich Marokko nicht vorgestellt, selbst das Meer vermisst sie noch nicht.

Die Strecke führt recht nah an der algerischen Grenze entlang, unsicher fühlen wir uns nicht. Immer wieder kommen wir an Militärposten vorbei, an denen wir uns registrieren müssen.

Auch wenn die Piste teilweise recht beschwerlich ist, kommen wir gut voran. Ich muss nur immer wieder auf den Defender warten, er kann nicht so schnell wie ich über die Pisten flitzen. Am frühen Abend kommen wir in Zagora an und steuern direkt zum Campingplatz Oasis Palmier in einem Palmenhain. Hier werden wir auf jeden Fall erst einmal über Neujahr bleiben. Wo es als nächstes hin geht, entscheiden wir die nächsten Tage.


Wir wünschen euch allen ein tolles 2019 und hoffen ihr seid gesund und munter rüber gerutscht! Wir drücken euch alle ganz fest! Raketen hatten wir keine, aber zum Glück haben sich Claudia und Simon in Spanien mit Bier, Wein und Gin eingedeckt... Was wir uns für 2019 vorgenommen haben? Reisen, Reisen, Reisen, neugierig bleiben und glücklich sein :-)!





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