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Tapas und Alhambra in Granada, Handy gecrasht, "Rücken" und andere Verletzungen in El Chorro

Nach zwei Nächten im Naturpark Cabo de Gata bei San José und einem ausgiebigen Strandtag an den Stränden Playa de los Genoveses und Playa de Monsul, geht es weiter nach Granada.

Mit einem kurzen Zwischenstopp in Almeria (Großeinkauf, Pizza & Pasta essen bei Buono an der Strandpromenade) kommen wir in Granada an. Wir richten uns erst einmal häuslich am Campingplatz Sierra Nevada ein (nur 10 min mit dem Bus vom Zentrum entfernt) und haben sofort einen Gast. Batman (getarnt als Miezekatze) schleicht um mich rum und sitzt mit einem Satz drin.

Claudia ist natürlich voller Freude, endlich hat sie auch eine Katze. Doch nach kurzem Überlegen, ob die süße Mieze vielleicht Flöhe hat, sitzt Batman auch schon wieder draußen. Die Beiden mach sich auf zum Tapas essen in die City. Das Schöne: zu jedem Getränk gibt es Tapas und es werden nur die Getränke bezahlt. Die Beiden müssen sehr hungrig gewesen sein, so betrunken wie sie gegen 0.30 Uhr zurück kommen...


Gleich Vormittag wollten sie los zur Alhambra, die Realität sieht etwas anders aus. Erstmal in Ruhe frühstücken, Wäsche waschen (muss ja auch mal sein), ausruhen und gegen 14.30 Uhr machen sie sich auf den Weg.

Es ist nichts los, keine Touristenströme, kein Anstehen und fasziniert spazieren sie (schnellen Schrittes - Alhambra schließt 18.00 Uhr) durch eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas, die als eines der bedeutendsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst gilt und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus.

Nach zwei Tagen Großstadt zieht es uns wieder in die Natur und wir fahren nach El Chorro, dem nächsten Kletter-Hot-Spot in Spanien (ca. 65 Kilometer Nord/West von Málaga). Bei Ankunft springt Claudia übermütig aus der Tür und ihr Handy springt hinterher. Blöd nur, dass es prompt auf einen Stein knallt, das Display zerspringt und verabschiedet sich. Es funktioniert nichts mehr, Claudia ist einem Nervenzusammenbruch nahe. Sie sieht sich sofort völlig abgeschnitten von der Außenwelt, vor allem von ihrem täglichen Familienchat und ein Back-up hat sie natürlich auch nicht. Ich bin auch verzweifelt, weil ich mit ihrem Handy meistens meinen Blog schreibe. Zum Glück ist Simons Handy funktionstüchtig, normalerweise verliert oder crasht er sein Telefon. Man muss allerdings erwähnen, er hat ein iPhone 4, das Internet ist extrem lahm und alle neuen Apps funktionieren nicht, weil es keine Updates mehr für sein (8 Jahre) altes Ding gibt. Claudia muss sich nun im kalten Entzug von ihrer Handysucht befreien, versucht aber noch Stunden ihr Handy wieder zum Leben zu erwecken.

Wir schlagen unser Lager im Olive Branch auf. Schnell stellen wir fest, fast nur Engländer und überall hoch wichtiger Klettertalk, das ist selbst Simon zu viel. Aber unser Stellplatz ist ganz nice und die Klettersektoren sind alle in laufnähe. Morgen ist wieder Klettern angesagt.

Doch Simons Rücken macht ihm einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Er kann sich die ganze Nacht kaum bewegen, hat üble Schmerzen (Ischias) und weiß nicht wie er liegen soll. Voltaren, Globuli und Dehnungen, nichts bringt eine wirkliche Linderung. Am Morgen steht fest, Klettern geht nicht. Claudia freut sich sofort auf einen Chilltag, aber nix da, die Klettersektoren werden abgewandert (Simon in gebückter Haltung).

Das Laufen hat Simons Rücken gut getan, es tritt Besserung ein. Zurück im Camp kocht Simon ein leckeres Risotto mit Chorizo. Claudia ist voll auf Handyentzug und kaum ansprechbar.


Der nächste Tag, die Sonne lacht, Simon fühlt sich wieder fit und der Fels ruft. Wir packen zusammen, wir verlassen The Olive Branch (18 Euro für zwei Personen, kalte Dusche und olle Toiletten, da haben wir es in der freien Natur schöner und wir haben warmes Wasser!). Ich werde in der Nähe des Klettersektors abgestellt und die Beiden machen sich auf den Weg. Zwei Stunden später sehe ich die Beiden schon wieder zurück kommen. Claudia humpelt und hält sich ein nasses Taschentuch an die Stirn. Als sie näher kommen, sehe ich was los ist: Claudia sieht jetzt aus wie ich: an der rechten Backe eine Schürfwunde, an der Stirn ein fette Beule und Schürfwunde, Hand, Ellenbogen und Knie aufgeschürft. Aber sie kann lachen. Als sie Simon vom Fels abgelassen hat, ist sie anscheinend in die Höhe geflogen und ein Felsvorsprung war im Weg. Genaue Details habe ich leider nicht, ich war ja nicht dabei. Fotos stelle ich aus Rücksicht auf ihre Familie keine von ihr ein, sie wissen nämlich (bis jetzt) noch nichts von dem Missgeschick. Aber ich kann euch beruhigen: Dank Kühlpad, Globuli Arnika C200 und Traumel hat sie fast keine Schmerzen mehr (nur beim Lachen), es geht ihr blendend und sieht nur noch ein bisschen angeschrammelt aus (verwegen wie ich eben). Ich sage nur # adventurous Claudia...

Am Abend genießen wir den Sonnenuntergang und suchen uns ein schönes Plätzchen für die Nacht. Simon versorgt und betüdelt Claudia, damit es ihr schnell wieder besser geht. Am nächsten Morgen gibt es lecker Pfannkuchen, Advent, Advent, das dritte Lichtlein brennt.

Eine Nacht bleiben wir noch in El Chorro und dann heißt es auf nach Algeciras, Claudias Handy reparieren und endlich die Fährtickets nach Marokko kaufen. Ich dachte ja schon, wir kommen gar nicht mehr aus Spanien weg (2 Wochen waren bis Algeciras eingeplant, jetzt sind wir bereits knapp vier Wochen unterwegs). In Algeciras geht es erst mal zum Media Markt und Claudia ist in großer Hoffnung, dass ihr Display sofort und für wenig Geld repariert wird. Daraus wird nichts! Reparatur dauert mindestens vier Tagen (die Zeit haben wir nicht) und kostet 300 Euro. Claudia kauft sich für weniger Geld ein neues Handy. Blöd nur, dass Madame nie ein Back-up macht und sie vor Abfahrt in Deutschland einen neuen Handyvertrag mit neuer SIM-Karte abgeschlossen hat und all ihr Kontakte auf dem alten, nicht funktionierendem Handy gespeichert sind und nicht auf ihrer SIM-Karte. Also schreibt ihr doch eine kurze Whats App, damit sie eure Nummer wieder hat (außer ihr wolltet den Kontakt sowieso abbrechen :-)).

Wir kaufen die Fährtickets nach Marokko für 180 Euro (zwei Personen und mich) Hin-/Rückfahrt und bekommen 1 Flasche Sekt und eine Packung Kekse dazu. Die nächsten zwei Tage werden wir in Tarifa verbringen und am Donnerstag wollen wir nach Marokko rüber setzen. Ich bin sehr gespannt, das Fährticket ist ohne Datum, man kann auf die Fähre wann man möchte...



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