Suche

Oman Teil II: weiße Strände, Lobster, Getriebeschaden und Corona

Noch mit den Gedanken in der Wüste, den Sand zwischen Zähnen, in den Haaren und bei mir in jeder Ritze düsen wir zurück nach Salalah ans Meer. Die letzten Tage hat uns der Wind jeden Tag verfolgt, meistens eingeholt und überholt. Endlich hat er sich gelegt, es weht nur noch eine leichte Brise. Am späten Abend kommen wir an unserem geliebten Platz unter Palmen am Strand an und ich stelle mich direkt in meine alten Spuren. Ich mag es, an bekannte Plätze zurück zu kommen.



Und nun kann der Strandurlaub endlich beginnen, der musste ja wegen unserer spontanen Wüstentour verschoben werden. Claudia hat sich als Einstimmung auf unseren Urlaub etwas Besonderes rausgesucht und versucht nun Simon davon zu überzeugen: einen Bungalow direkt am Strand in der Souly Ecolodge, nicht weit weg von Salalah. Okay ganz verstehen kann er sie nicht, ich auch nicht. Wir stehen doch direkt am Strand, warum muss es ein Bungalow sein? Ich habe doch alles was sie brauchen. Nach all dem Sand in der Wüste will sie einfach mal wieder stundenlang heiß duschen und stundenlang Haare waschen. Aber für 200 Euro die Nacht?!?! Ich glaube, ich spinne! Ihr Argument: im Urlaub gönnt man sich auch mal was. Also lässt sich Simon davon überzeugen, sich den Bungalow mal anzuschauen und wenn er den Beiden gefällt, bleiben wir ein bis zwei Nächte. Mir wird es ganz sicher nicht auf dem Parkplatz vor dieser Ecolodge gefallen! Ich gehe stark davon aus, der Parkplatz hat keinen Meerblick. Jetzt erst mal ab ins Bett und morgen fahre ich die Beiden dahin, in der leisen Hoffnung, dass der Bungalow die Beiden nicht überzeugt.


Nach einem gemütlichen Frühstück unter Palmen machen wir uns auf dem Weg zur Lodge. Die Lage ist schon mal nicht schlecht. Die Bungalows stehen direkt an einem einsamen langen weißen Strand und erinnern Claudia und Simon an Thailand. Da kann ich nicht mitreden, in Thailand war ich noch nicht. Nach einer Führung steht fest, wir bleiben! Erst einmal für eine Nacht und morgen entscheiden sie, ob wir eine weitere Nacht bleiben. Den Preis können sie runter handeln und ich bekomme immerhin einen überdachten Parkplatz und muss nicht in der prallen Sonne rumstehen. Ihr Gepäck (lose oder in Beuteln verpackt, Koffer und große Taschen haben sie ja nicht dabei) wird mit einem Golf Buggy vom Personal zum Bungalow gefahren. Ich döse vor mich hin und versuche die Ruhe zu genießen. Aber alle paar Minuten kommt entweder Claudia und Simon angerannt, weil sie irgendwas vergessen haben.


Sie genießen den Luxus in ihrem riesigen Bungalow: Claudia wäscht erst mal ein paar Klamotten mit heißem Wasser durch...das muss man schließlich ausnutzen... Nach getaner Hausarbeit geht es dann an den Strand, der Urlaub kann endlich beginnen!



Am nächsten Morgen blinzelt die Sonne und das türkisfarbene Wasser durch das Fenster. Und wie haben die Beiden in dem fremden Bett geschlafen? Richtig, nicht gut, das Bett war ihnen viel zu groß. Das Frühstück ist der Wahnsinn, lässt keine Wünsche offen und trotzdem sind die Beiden, sich zu meiner Freude, einig: eine Nacht Luxus reicht, sie wollen zurück in ihr Zuhause und weiter Richtung Süden an die einsamen Strände. Bevor es los geht, gibt es noch ein to do auf der Polizeistation von Salalah: ihre Visa müssen verlängert werden, die 30 Tage sind fast rum. Simon muss einen handschriftlichen Zettel schreiben, in dem er für die Visaverlängerung für sich und seine „Frau“ bittet. 10 Minuten später ist alles erledigt. Wir fahren ca. 70 Kilometer weiter südlich, die Grenze zum Jemen ist nicht mehr weit.


Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir am Fazayah Beach an. Eigentlich besteht der Fazayah Beach aus mehreren Stränden und kleinen Buchten. Es wird gleich dunkel und wir suchen uns einen Platz für die Nacht.


Ausgeschlafen beobachten wir Dromedare bei ihrem Morgenbad im Meer. Es ist zum Schreien, wie die Tierchen sich so über das Wasser freuen. Es ist mit neu, dass Dromedare gerne baden.



Nach dem Frühstück erkunden Claudia und Simon zu Fuß die Strände und kleinen Buchten und entdecken den perfekten Platz für uns! Kein Hotel, kein Bungalow, keine Ecolodge kann hier mithalten. Schnell werde ich geholt und Dank meiner kleinen Größe und Wendigkeit passe ich auf diesen Traumplatz. Der Ausblick ist unglaublich und vor unserer „Haustür“ haben wir einen kleinen Privatstrand. Die nächsten Tage werde ich keinen Meter fahren und das ist auch mal gut so :-).




Schnell sind Simon und Claudia bei den Fischern bekannt und werden täglich mit frischen Fischen, Obst, Kuchen, Wasser und Feuerholz versorgt. Simon hat sich extra Angelequipment besorgt, allerdings kommen ihm die Fischer jedes Mal zuvor. Selbst einen wunderschönen Lobster bringen sie uns vorbei. Der lebt noch, das Töten fällt Simon überhaupt nicht leicht und hängt ihm lange nach - geschmeckt hat er trotzdem.



Schwimmen, Hula Hoop, Joggen, Reisebekannte (die ein paar Buchten weiter stehen) zum Kaffee trinken treffen, Fische ausnehmen und grillen, Tierchen & Dromedare beobachten, lesen, Kniffel spielen, wandern, mit den Fischern quatschen, Seele baumeln lassen, glücklich sein...und schwups sind neun Tage rum. Für diese neun wunderschönen Tage werden wir bald sehr dankbar sein!



Es wird Zeit uns von diesem kleinen Paradies zu verabschieden und uns langsam nach Norden aufzumachen, schließlich hat der auch noch einiges zu bieten: Offroadtouren durch die Berge für mich, Klettern für Simon und schöne Aussichten für Claudia.


Aber bevor es Richtung Berge geht, wollen wir noch eine Nacht an unserem alten Platz in Salalah verbringen. Schließlich müssen Claudia und Simon sich noch mit dem weltbekannten Weihrauch eindecken, der aus der Gegend von Salalah kommt. Und wieder stelle ich mich in meine alten Spuren im Sand, herrlich. Am Abend schlendern Claudia und Simon zum Weihrauchmarkt und ich lausche dem Palmengesang im Wind.



Voll bepackt mit Weihrauch kommen sie irgendwann wieder an getrudelt. Auf dem Heimweg haben sie noch einen Besuch bei Michi, Torben und ihren beiden Kids aus Nürnberg abgestattet. Die vier stehen mit ihrem hübschen grünen Kurzhauber ein paar Hundert Meter weiter in Sichtweite von mir. Reisende aus dem Frankenlande zu treffen und den fränkischen Dialekt zu hören, was für eine Freude! Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende, wir gehen zur Ruh’ und schließen unsere Äuglein zu.

Heute ist geplanter Abreisetag, wir wollen den Süden verlassen. Anscheinend habe ich was falsch verstanden? Die Beiden sehen mir so gar nicht nach Abreise aus, ganz im Gegenteil.



Auch am nächsten Tag spüre ich kein Abreisefeeling und den Tag drauf auch nicht. Nach vier Tagen sind wir abreisefertig. Claudia und Simon können sich vom Strand, den Palmen, dem frischen Obst, den netten Nachbarn und der ganz besonderen Atmosphäre in Salalah losreißen.



Wir fahren die Küstenstraße bis Ash Shuwaymiyyah, übernachten oben an der Steilklippe und verabschieden uns am nächsten Morgen erst einmal vom Meer. Aber nur für kurze Zeit, schließlich wollen wir die Strände und Wadis im Nord-Osten südlich von Maskat auch noch erkunden.



Ich düse durch karge Wüstenlandschaft im Landesinneren nach Nizwa. Kurz vor Nizwa machen wir einen Abstecher in eine bizarre Landschaft mitten im Nichts, mit abgefahrenen Felsformationen und verbringen hier eine Nacht in absoluter Stille.



Am nächsten Morgen ziehen wir nach Frühstück und Hula Hoop weiter. Auf dem Weg nach Nizwa entscheiden wir spontan nach Maskat zu fahren. Anja und Hendrik aus Berlin, die Beiden haben wir im Iran kennengelernt, sind dort gerade am Strand und möchten sich gerne mit uns treffen, bevor sie runter in den Süden fahren. Super Idee, fahren wir eben erst nach Maskat, weiter an die Strände und Wadis und dann in die Berge. Wir machen einen Zwischenstopp in Nizwa, schlendern über den Markt und fahren weiter Richtung Maskat. Es wird dunkel und Claudia lotst uns zu einem alten Fort bei Samail, vor dem wir übernachten.


Die Sonne lacht und bereits 8.30 Uhr sind Claudia und Simon erwacht. Voller Tatendrang machen sie sich auf zur Besichtigung der restaurierten Festung mit wunderschönem Ausblick.



Am frühen Nachmittag treffen wir Anja und Hendrik, fahren zusammen weiter an den Strand As Sifa und verbringen dort zwei lustige, sehr entspannte Tage.



Wir fahren nach Maskat, verweilen einen Tag am Strand, treffen Luise, Thomas, Felix und ihren Truck Willy wieder und machen uns auf den Weg zum Wadi Al Arbiyyin. Das Wadi ist wunderschön und nicht mit Touristen überfüllt. Wir finden einen schönen Platz für die Nacht. Claudia und Simon schauen sich am Abend die Karte an und finden einen Weg über die Berge zum Wadi Tiwi. Laut Karte müsste da eine Schotter-/Offroadpiste hinführen und wir müssen nicht zurück zur Hauptstraße fahren. Über die Berge macht uns eh viel mehr Spaß!


Nach dem Frühstück fahren wir alle drei froh und munter los. Die Umgebung und die Aussichten sind der Wahnsinn. Irgendwann wird die Schotterpiste ganz schön steil, auf 4 Kilometer mache ich 1400 Höhenmeter. Die Spitzkehren sind super eng und ich bin sehr froh, dass ich nur ein kleiner Bus bin. Ich mache immer wieder eine Pause, aber eigentlich macht mir die Steigung nix aus. Claudia schluckt etwas und sie ist froh, dass wir diese Strecke hoch und nicht runter fahren. Kurz geht ihr der Gedanke durch den Kopf, was wohl wäre, wenn wir hier jetzt eine Panne hätten. Schnell wirft sie diesen blöden Gedanken wieder, hüpft raus und macht ein paar schöne Fotos von mir und der Landschaft.



Simon und ich warten ein paar Meter weiter oben auf sie und weiter geht es den Berg hoch. Allerdings nur 5 Meter weit, ich gebe plötzlich ein schrecklich klingendes Geräusch von mir...

Bei jedem von uns gehen sofort alle Alarmglocken auf rot. Claudia springt wieder raus, um das Geräusch orten zu können. Es kommt von hinten und es ist schnell klar, ich darf keinen Fall weiterfahren, bevor wir nicht genau wissen, was es ist. Ein paar Meter weiter unten ist eine kleine ebene Einbuchtung, wo ich sicher stehen kann. Simon lässt mich vorsichtig mit Bremse und Handbremse rückwärts rollen. Bei der Steigung, rückwärts und nur mit Bremse, da können die Räder schon mal durchdrehen. Claudia bleibt kurz das Herz stehen. Aber Simon und ich sind ein eingespieltes Team. Alles gut, er bringt mich sicher zu diesem Platz und legt mit der Ursachensuche los.



Noch denken wir alle, es ist ein Radlager oder Gleichlaufgelenk. Ersatz haben wir dabei und der Austausch ist bei Simon mittlerweile Routine. Doch Simon erkennt schnell, dass uns all unsere Ersatzteile nicht weiterhelfen werden: es ist das hintere Getriebe! Ein Getriebeschaden ist der Alptraum! Für mich: weil ich mit kaputtem Getriebe nicht mehr fahren kann. Für Simon: weil man ein Getriebe nicht einfach mal reparieren kann, schon gar nicht hier. Für Claudia: weil sie uns verloren in der Wildnis sieht. Okay, erst einmal Ruhe bewahren und nachdenken... Ich muss hier irgendwie aus den Bergen gebracht werden. Ein Abschleppwagen kommt hier nicht hoch. Mich runter rollen lassen, nur mit Bremse ohne Motorbremse wäre bei dem steilen Abhang und engen Spitzkehren völliger Wahnsinn. Immerhin haben wir Glück: auf einem Felsen oberhalb von mir haben wir Internet!!! Simon kontaktiert Lars, den VW Syncroversteher in Halle, unser Retter in der Not . Schnell haben Lars und Simon die Lösung: die hinteren Antriebswellen müssen ausgebaut werden. So kann ich im Frontantrieb, mit Motorbremse und Bremse den Berg runter rollen. Ein Ziegenhirte kommt vorbei, auch er versucht zu helfen und 45 Minuten später steht sein Cousin mit einem Jeep da, der uns ziehen möchte. Ziehen bergab, eher schwierig, berghoch würde gehen, aber wie geht die Piste weiter? Simon hat bereits die Antriebswellen ausgebaut und ich bin wieder fahrbereit, wenn auch mit Behinderung. Der Jeep begleitet uns ein Stück und fährt voraus, damit ich im Notfall auf ihn drauf fahre und nicht den Berg runter purzel. Das würde in Deutschland keiner anbieten.


Claudia steht der Angstschweiß auf der Stirn, als wir uns den steilen Hang langsam runter bewegen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es endlich geschafft! Wir sind vom Berg runter, aber noch nicht aus dem Wadi raus. Da meine Viskokuppelung wegen dem Frontantrieb übelst belastet wird, gibt sie auch noch den Geist auf. Ich komme einen kleinen Hügel im Frontantrieb nicht hoch, auch nicht mit Schwung. Ich kann nicht mehr, ich bin am Ende, ich kann mich keinen Meter mehr bewegen, ich gebe auf. Und bleibe quer auf der Schotterpiste stehen. Traurig stehen wir alle Drei auf der Piste, Claudia und Simon versuchen noch mich ein Stück zu schieben, keine Chance. Und wieder einmal haben wir Glück: es kommen zwei Jeeps mit zwei französischen Familien vorbei. Allerdings wissen sie nicht so recht wie sie helfen sollen und fahren weiter. 10 Minuten später kommt eins der beiden Auto wieder zurück und zieht mich aus dem Wadi bis zur Hauptstraße und stellt mich auf einen Platz wo wir übernachten können. Vielen vielen Dank!



Wir sind fix und fertig, aber erleichtert, dass wir aus den Bergen raus sind. Ein paar Meter weiter stehen zwei Mietwägen (Jeeps mit Dachzelt) mit zwei älteren Paaren aus Deutschland. Sie laden Claudia und Simon zum Lagerfeuer ein, die Ablenkung tut den Beiden sehr gut. Mir tut es so leid, dass ich sie so im Stich lasse. Es ist mir unbeschreiblich wie das passieren konnte! Mein Getriebe wurde doch erst vor Abreise komplett überholt?! Okay seitdem bin über 50.000 Kilometer gefahren und die Hälfte davon waren übelste Straßen, Schotter- und Wellblechpisten, die Wüstentouren nicht zu vergessen. Ich bin so traurig und mir kullern die Tränchen über meinen Kühler, wir haben so viel geschafft und nun stehen wir hier...

Claudia und Simon kommen zurück, kuscheln sich in ihr Bettchen. Morgen werden sie überlegen wie es weitergeht und es wird weitergehen.


Wir wachen alle drei mit der Hoffnung auf, dass alles nur ein blöder Traum war. Hilft nix, Kopf nicht in den Sand stecken, wir brauchen einen Plan. Simon überlegt die Viskokuppelung auszubauen und mit einer starre Muffe zu ersetzen (haben wir als Ersatz dabei), damit ich in Frontantrieb weiterfahren kann. Schnell wird die Idee verworfen, die Gefahr ist zu groß, dass ich mich dadurch nur noch mehr verletzte und vom Getriebe nix mehr zu retten ist. Also steht fest: ich muss abgeschleppt werden. Aber wohin? Die einzige Werkstatt, die uns mit einem Getriebeschaden helfen kann ist Saluki Motorsport in Dubai. Ihr erinnert euch? Da haben wir zwei Tage mit der Mieze und dem Papageien verbracht. Simon kontaktiert Gerry, wir können kommen. Nur müssen wir da erst mal hinkommen. Und wieder kullern mir die Tränen über meinen Kühler, als ich höre, das mein Freund Willy, der Truck von Luise, Thomas und dem kleinen Felix kommen und mich nach Dubai ziehen würde. Das würde er einfach so für mich machen. Allerdings ist Willy bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Claudia und Simon wollen ihm nicht zumuten, die ganze Strecke her zufahren und dann wieder zurück nach Dubai. Ein Abschlepper muss her. Aber nicht der Erstbeste und nicht für jeden Preis. Nein, nicht mit Simon! Wir haben Zeit, wir haben genug Vorräte und Wasser, wir haben Feuerholz, wir haben Alkohol, wir können hier eine Zeit aussitzen.



Und so führt Simon die nächsten zwei Tage knallharte Verhandlungen mit mehreren Anbietern und am dritten Tag werde ich für 600 Euro Huckepack 600 Kilometer bis nach Dubai anstatt für 1200 Euro nur bis zur Grenze gebracht.



8.00 Uhr morgens ist der Abschlepper pünktlich da und am Abend kommen wir in Dubai bei Saluki Motorsport an. Danke an unseren beiden Fahrer! Ach ja, sie saßen zu viert da vorne drin!



Und hey, wenn ich treffe ich hier? Die Trailpunkz! Robbie Adrenalin, die Landy Lady von Janina und Peter wurde heute auch hier her abgeschleppt. Wir haben die Drei am Fazayah Beach kennengelernt. Geteiltes Leid, ist halbes Leid! Ja richtig, Robbie ist eine sie! Wer hier jetzt mit einem romantischen Liebeshappyend zwischen einer Landy Lady und einem VW Syncro rechnet, den muss ich enttäuschen, da lief nix.


Hier sieht ihr grob unsere Strecke im Oman runter in den Süden und dann wieder hoch und zurück nach Dubai. Von Quriyat nach Dubai habe ich mich fahren lassen.



Zwei Nächte bleiben Claudia und Simon bei mir in der Werkstatt, kümmern sich rührend um mich und Simon baut mein vorderes und hinteres Getriebe aus. Die Werkstatt Mieze ist sehr happy, dass Simon wieder da ist



So wie es aussieht, ist „nur“ das Kegel- und Tellerrad im hinteren Differenzial im Eimer. Allerdings haben sie hier in Dubai nicht das Spezialwerkzeug und die Ersatzteile um das Getriebe zu reparieren. Die beste Lösung ist das Getriebe zur Reparatur nach Deutschland zum Getriebespezialisten zu senden. So jemanden gibt es in den Emiraten nicht. Und so beschließen Claudia und Simon die Zeit zu nutzen um für einen Heimatbesuch auch nach Deutschland zufliegen. Schließlich haben sie ihre Familien jetzt knapp ein Jahr nicht mehr gesehen. Tja, nur kann man so ein Getriebe weder als Handgepäck, noch im Koffer aufgeben.


Und so wird das Getriebe über die Spedition von Saluki per Luftfracht versendet und fliegt mit Emirates nach Frankfurt. Claudia und Simon können vier Tage bei Nahel und seiner Familie in Abu Dhabi wohnen, bevor sie am 01. März 3.00 Uhr morgens mit Turkish Airlines nach München fliegen. Zweimal kommen sie vor ihrer Abreise bei mir noch mal vorbei. Und eines könnt ihr mir glauben, bei uns allen dreien sind Tränchen gekullert. Ich kann hier vor der Werkstatt stehen bleiben, alle haben ein Auge auf mich und die Mieze kommt jeden Tag bei mir vorbei. Bei unserem Abschied freuen wir uns darauf, dass wir uns in drei Wochen wiedersehen, mein Getriebe bis dahin gesund und munter zurück ist und wir die Reise fortsetzen werden.


Zu diesem Zeitpunkt ahnt keiner, dass uns Corona einen dicken Strich durch die Rechnung machen wird und wir sehr lange getrennt sein werden. Aber das berichte ich euch das nächste Mal, auch dass ich über meinen Busfunk mit Büsli (der VW Bus von Simons Eltern) so einige Neuigkeiten erfahre...


Euer ClauSi - allein in Dubai

0 Ansichten