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    • ClauSi

    Kurve, Glatteis, Leitplanke,... Viele Schutzengel und die Reise geht weiter

    Heute können wir wieder lachen, das konnten wir vor drei Tagen nicht. Da ist uns allen Dreien das Herz in die Knie gerutscht. Ich glaube, bei Claudia hat es sogar kurz ausgesetzt. Wir haben uns gut gelaunt auf den Weg nach Valencia gemacht. Kurz hinter Albarracin war es mit der guten Laune auch schon vorbei. Die Sonne schien, die Strasse war trocken, doch in einer Kurve war plötzlich Glatteis. Ich war so überrascht und Simon auch, dass es mir alle vier Hufe weggezogen hat und ich mich am Fahrbahngeländer abstützen musste. Claudia sah uns schon die Böschung runter stürzen, ich ehrlich gesagt auch. Simon ist völlig ruhig geblieben, hat mich von der Leitplanke wieder weg bugsiert und Claudia beruhigt, die nur noch geschrien hat. Ein paar hundert Meter weiter konnten wir anhalten und die Beiden sind auf wackeligen Beinen ausgestiegen. Simon hat Claudia erst einmal in den Arm genommen und sie waren so froh, dass nicht mehr passiert ist. Ich hatte höllische Schmerzen, vorne ist die Ecke von der Stoßstange weggebrochen, meine rechte Backe ist eingedellt und aufgeschürft und mein Hinterteil hat auch eine schöne Delle und eine grosse Schürfwunde. Aber ich will nicht jammern! Sonst ist alles heile, hätte schlimmer ausgehen können. Und laut Simons Dad braucht jeder Bus einen Schönheitsfehler. Davon habe ich jetzt genügend! Macht mich nur interessanter, ein richtiger Abenteuerer eben.

    An der Leitplanke hat man nichts gesehen, nicht mal einen Kratzer und meine Ecke von der Stoßstange haben wir auch wieder gefunden. Wir hatten viele Schutzengel! Einen Schutzengel hat Lilli für uns gebastelt und Simons Mama hat uns einen Wanderstab als Schutz- und Glücksbringer für unsere Reise angefertigt. Vielen lieben Dank euch Beiden!!! Der Glücksstab und der Engel haben uns sicher vor Schlimmeren bewahrt!

    Mit der Versicherung ist auch alles geklärt, zum Glück bin ich Vollkasko versichert.


    Mit drei Stunden Verspätung kommen wir, noch unter Schock, in Valencia an. Claudia und Simon treffen sich mit Camilla, einer Bekannten von Simon. Eigentlich war noch ein Stadtbummel geplant, aber die Beiden sind nach der ganzen Aufregung nicht in der Stimmung. In Februar, auf dem Rückweg von Marokko, planen wir mehr Zeit für Valencia ein.

    Eine Stunde weiter südlich von Valencia übernachten wir in dem Klettergebiet La Cova Negra bei Xàtiva und erholen uns von dem Schrecken. Simon hat mich liebevoll verarztet: Dank Verband in Form von Panzertape ist meine Ecke an der Stoßstange wieder angeklebt und Dank Sprühpflaster auf meine Wunden in Form von Korrosionsschutz, kommt so schnell kein Rost.

    Am nächsten Tag treffen sich Claudia und Simon mit Camilla am Kletterfels und dann geht ans Meer bei Aguilas.

    Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir an und stellen uns direkt ans Wasser, Claudia ist glücklich. Am nächsten Morgen Tür auf, das Meer vor der Nase, um die 20 Grad, Advent, Advent, das zweite Lichtlein brennt.

    Die übliche Routine: Frühstücken, Haushalt, Lesen, den Ausblick geniessen. Am frühen Nachmittag machen wir uns auf in Richtung Almeria. Am Playa de Los Genoveses bei San José schlagen wir unser Nachtlager auf und genießen heute Strand und Sonne. Claudia und Simon haben nichts Wichtiges vor, ich auch nicht...




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