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    Kunst und Käsekuchen in Podgorica, Weißwasser & wilde Kajakbande, wunderschönes Albanien

    Es ist schön wieder in Montenegro zu sein. Zwei Tage verbringen wir in Podgorica bei Annette, Thomas, Betty und Lenny. Claudia und Simon werden vom Feinsten bekocht und "Guten Morgen" - Begrüßung gibt es von Lenny. Claudia gönnt sich einen hübschen Gürtel beim Stadtbummel mit Annette und Simon gönnt sich was Schönes im Baumarkt (in den zwei Tagen besucht er vier Baumärkte, um das montenegrinische Sortiment zu erkunden...). Für mich springt nix raus. Okay, in der Werkstatt haben sie mir fünf Manschetten geschenkt. Die Beiden fühlen sich sehr wohl bei Annette und Thomas und genießen das Stadtleben (ich bevorzuge es ja eher in der Natur zu stehen). Sogar Kunst steht auf dem Programm. Die Künstlerin Virginia Chihota führt die Vier persönlich durch ihre Ausstellung und erzählt ihre Geschichten hinter den Bildern. Nach anfangs fragenden Gesichtern bei Betrachtung der Bilder, werden ihnen die Motive klarer. Bei Bier, Cocktails und Wein lassen sie den Tag gemütlich ausklingen.

    Am nächsten Tag heisst es Abschied nehmen, aber nur für ein paar Tage, in Albanien wollen wir uns wieder treffen. Zur großen Freude von Claudia und Simon hat Annette den Beiden einen Käsekuchen gebacken. Auch wenn die Kühlbox randvoll mit fränkischem Bier gefüllt ist, der muss noch mit rein (Claudia ist kurz davor heimlich ein paar Flaschen zu verschenken).



    Vielen Dank für die schönen und entspannten Tage bei euch, wir haben es sehr genossen! Mit frisch gewaschener Wäsche, Käsekuchen, Schnaps und leichtem Kater (nur Claudia) fahren wir weiter Richtung Norden zum Dumitor Nationalpark. An der Tara Brücke ist morgen der Treffpunkt der Kajakgruppe, mit der wir die nächsten sieben Tage verbringen werden. Claudia ist schon gespannt, was sie da für eine Truppe erwartet. Wer sie kennt weiß, dass Gruppenreisen nicht ihr Fall sind. Aber für Simon wird sie sich zusammenreißen. Immerhin bedeuten sieben Tage Kajak fahren für sie sieben Tage chillen.

    Auf dem Weg zur Tarabrücke legen wir einen spontanen Zwischenstopp bei Vesko ein. Bei ihm haben wir letztes Jahr übernachtet (Wo? Zitat Simon: an der Moraca, da wo der andere Fluss dazu fließt; der andere Fluss heißt übrigens Mrtvica). Zum Abendessen gibt es leckere Forellen, Käse, Schinken, Wein und Schnaps. Vollgegessen und leicht angedudelt schlafen die Beiden glücklich und zufrieden ein.

    Sonnenschein, Pfannkuchen von Vesko zum Frühstück und eine Flasche Schnaps als Geschenk, was braucht man mehr. Frisch gestärkt ziehen die Beiden ihre Wanderschuhe an und es geht zum Mrtvica Canyon. Am Anfang der Wanderung kippt die Stimmung leicht. Simon rennt frohes Mutes einen steilen Abhang runter, Claudia rutscht im Schlamm hinterher. Simon versteht nicht, wo sie so lange bleibt und warum sie auf allen Vieren da runter kommt... Doch schnell lacht Claudia wieder und die Schlangen, die ihren Weg kreuzen lassen das Rutscherlebnis vergessen. Simon stürzt sich in den kalten Fluss, Claudia hält ihre Hand rein.




    Nach der Wanderung geht es zur Tara Brücke zum Camp Miro. Hier warten wir auf das Eintreffen der Kajakgruppe. Zur großen Überraschung von Claudia, alles sehr angenehme, lustige Leute aus der Heimat und keine verschobenen Kajakfreaks. Die nächsten zwei Tagen bleiben Simon und die anderen auf der Tara und übernachten direkt am Fluss. Claudia und ich bleiben im Camp - unsere erste Nacht ohne Simon. Zum Glück stehen wir nicht irgendwo in der Wildnis (also ich hätte da keine Angst, aber Claudia?), wir bleiben im Camp Miro. Und wir sind nicht alleine, Silvia und Anton (vier Jahre alt und ein kleiner Charmeur, der Claudia schnell um den Finger wickelt) bleiben auch mit da - so vergehen die zwei Tage ratz fatz.



    Simon kommt glücklich zurück. Es war anstrengend, aber durch die kleine Auffrischung an der Soca in Slowenien, kann er trotz seiner geringen Wildwassererfahrung (insgesamt 7 Tage in 8 Jahren) gut mithalten. Nach der Tara geht es weiter zur Moraca, unser Lager schlagen wir gegenüber von Vesko auf (zwischen Mrtvica und Moraca). Leider lässt das Wetter zu wünschen übrig, seit drei Tagen haben wir nur Regen. Immerhin sitzt Claudia im Trockenen, Simon ist auf dem Wasser sowieso nass, da er das eine oder andere Mal schwimmen geht. Ich mag jedes Wetter, solange ich nicht durch meterhohen Schnee muss. Fürs Kajaken war der Regen perfekt, sonst wären die Pegelstände aufgrund des schlechten Winters (wenig Schneeschmelze) zu niedrig gewesen.



    Nach dem Kajakspass auf der Tara und Moraca in Montenegro ziehen wir weiter nach Albanien. Für uns ist es das siebte Land auf unserer Reise nach Asien (Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien). Albanien ist der Hammer! Tolle Landschaft und herzliche Menschen! Auf den Strassen fühle ich mich wie in Marokko. Neben Autos sind hier Esel, Ziegen, Schafe, Schweine, Hunde und Kühe unterwegs. An der Kir (auch Fluss aus Glas genannt) wird vor Prekal das Lager dirket am Ufer für die nächsten zwei Tage aufgeschlagen. Morgen soll die Kir bezwungen werden. Der Lagerplatz ist herrlich! Silvia, Anton und Claudia genießen die Sonne, die sich wieder blicken lässt.

    Die Kajakbande genießt den Fluss und bei Simon klappt es endlich mit der Rolle.


    Am Abend wird lecker gegrillt, das war die letzten Tage wegen dem Regen nicht möglich.

    Am nächsten Morgen geht es an den Fluss Lumi i Cemit nahe der Grenze zu Montenegro. Allein die Landschaft auf dem Weg dorthin ist der Wahnsinn. Der Fluss hat es in sich, aber für unsere wilde Kajakbande kein Problem. Nur der Kakjakbus schwächelt am letzten Tag und kriegt den Anhänger von der Ausstiegsstelle nicht hoch. Für mich ist das absolut kein Problem, so habe ich wenigstens auch mal was zu tun.


    Am späten Nachmittag geht es zum Abschluss auf den Campingplatz Lake Skhodra Resort am Skhodra See. Und endlich habe ich auch mal einen Gleichgesinnten als Nachbarn: ein Iveco Turbo Daily stellt sich neben mich. Wir beäugen uns neugierig. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass wir die nächsten Tage zusammen auf (Offroad) Tour gehen werden.



    Beim gemeinsamen Abschiedsessen wird ausgelassen gegessen (als ob manche die letzten Tage hungern mussten) und getrunken. Das mit dem Alkohol liegt wohl daran, dass morgen keiner acht Uhr zum Frühstück antreten muss (hat Claudia selten geschafft). Die Stimmung ist ausgelassen und weil es gar so schön ist, lädt Simon den harten Kern noch auf ein Schnäpschen ein (er hat ja genug Selbstgebrannten aus Montenegro). Die Runde sitzt gemütlich vor mir im Kreis und ich amüsiere mich köstlich. Simon steigt der Schnaps schnell zu Kopf, nicht verwunderlich wenn man den Schnaps aus der Tasse trinkt und nicht nur einen...

    Am nächsten Morgen: Simon ist top fit, den "Kater" hat Claudia übernommen. Wir verabschieden uns von Holger (der Top Organisator - www.holger-heuber-abenteuer.de), Bernd, Felix, Flo, Sylvia, Christian (ihn treffen wir hoffentlich in Georgien wieder) und Hans-Peter. Silvia, Anton und Andi fahren morgen zurück. Es war super mit euch! Einen besonderen Dank, dass ihr Simon heil durch die schwierigen Passagen gebracht habt und nicht nur einmal sein Paddel, sein Kajak oder den ganzen Simon aus dem Wasser gefischt habt. Dank euch ist er jetzt mit Wildwasserkajaken wieder angefixt und wird keine acht Jahre mehr bis zum nächsten Mal warten. Danke an Silvia und Anton, Claudia und ich haben die Zeit mit euch sehr genossen. Ich konnte Anton mit meinen großen Reifen sehr beeindrucken.



    Danke auch noch mal an Bernd, der mir eine Ersatzwasserpumpe mitgebracht hat. Die Neue muckert ein bisschen, da kann Ersatz nicht schaden.


    Ausruhen ist nicht! Die einen gehen, die anderen kommen. Wir bekommen Besuch von Annette, Thomas, Betty und Lenny. Aaron unser Nachbar vom Iveco aus Hamburg gesellt sich zu uns. Er sass gestern Abend mit in der lustigen Schnapsrunde, wir scheinen ihn nicht abgeschreckt zu haben.



    Aaron und sein Iveco (er hat leider keinen Namen und ist etwas traurig darüber als ich ihn darauf anspreche - Aaron das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl) sind auch auf dem Weg Richtung Asien. Schnell wird beschlossen, dass wir morgen zusammen ins Gebirge nach Theth fahren. Hier wollten wir letztes Jahr schon hin, soweit sind wir aber wegen meinem Getriebeschaden nicht gekommen. Aber Dank meines Getriebeschadens haben wir Annette und Thomas kennengelernt! Die Beiden müssen leider zurück nach Podgorica und können nicht mitkommen. Am nächsten Tag heisst es nach einem ausgiebigen Frühstück Abschiednehmen von Annette, Thomas, Betty und Lenny. Wir sehen uns wieder, wo auch immer auf dieser Welt. Vielleicht besuchen wir sie in Kanada, ab nächstes Jahr sind sie wieder für längere Zeit dort.


    Gegen Mittag rollen Iveco und ich los, wir sind ein super Gespann, zwei Ferrari unter den 4x4 Gefährten. Der ausführliche Bericht von unserer insgesamt siebentägigen Tour durch Albanien mit einem Abstecher nach Mazedonien folgt. Es war super, wir sind alle heile zurück, Iveco und ich waren kurz in einem albanischen Autokrankenhaus, nix Schlimmes...








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