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Klettern in der Todra Schlucht, die Suche nach 1001 Nacht in Marrakesch und verzaubert in Essaouira

In Zagora bewege ich mich drei Tage keinen Meter (abgesehen von den 20 Metern fürs Umparken in die Sonne). Außer einkaufen, zwei Touren, die Simon im Buggi von Martin mitfahren kann und hier und da ein Schwätzchen mit anderen Reisenden halten, heißt es für Claudia und Simon im neuen Jahr: erstmal relaxen.

Beim Check-up stellt Simon fest, dass mein Knöchel verstaucht ist (meine Hinterachsschwinge hat es verbogen). Vielleicht bin ich zu schnell über die Pisten gehoppelt und über Löcher gesprungen. Eigentlich darf sich das Teil nicht verbiegen, aber wie es so oft bei mir ist: ich bin eben special und wer weiss, wie die Hinterachse vorher aussah. Diese hat Simon während der Generalüberholung nicht wie die Vorderachse komplett auseinander gebaut. Darüber ärgert er sich jetzt und schaut sich das Ganze genauer an.

Er überlegt, wie er meinen Knöchel am Besten wieder gerade biegen kann. Für normale Straßen könnten wir alles so lassen wie es ist (tut nix weh) und zu Hause reparieren. Aber wer will schon normale Straßen fahren wie all die riesen, dicken, weißen Wohnmobile, wenn es hier so viele Pisten mit wunderschöner Landschaft gibt, wo diese nicht hinkommen. Mit Flexen, Ausbeulen und Schweißen sollte es gehen. Simon braucht nur eine Werkstatt, die ihm das unter seiner Anleitung erledigt. Zuvor wollen wir in die Berge, der Verlauf der OP muss erst noch genauestens durchdacht werden. Wenn schon gerade biegen und schweißen, dann richtig für die nächsten 20 Jahre.


Nach drei Tagen Campingchill wird es für uns Zeit aufzubrechen, wir wollen schließlich nicht zu Dauercampern werden. Nun heißt es erst einmal Abschied nehmen von Julia und Jens (am Meer wollen wir uns wieder treffen). Danke für die schöne Zeit mit euch!!!

Unser nächstes Ziel ist die Todra Schlucht, Simon braucht eine sportliche Betätigung nach dem Rumhängen und dort kann man klettern. Bis kurz vor Alnif fahren wir eine Teerstraße und dann geht es über eine Piste mit wunderschönem Ausblick über die Berge nach Tinghir und weiter in die Todra Schlucht. Ich muss langsam fahren, meinen Knöchel schonen und wir genießen die tolle Landschaft und Einsamkeit.

In der Todra Schlucht finden wir einen schönen Campinglatz (Camping Atlas) und bleiben zwei Tage. Claudia muss diesmal nicht sichern, sie ist etwas erkältet und darf sich ausruhen. Vom letzten Sicherungserlebnis in Spanien hat sie immer noch eine kleine Beule an der Stirn. Simon ist der Überzeugung, da wächst ein Teufelshorn. Am Campingplatz findet Simon nette Leute, mit denen er klettern kann. Es gibt einige Touren in der Sonne (im Schatten ist es zu kalt), richtig gut sollen die Mehrseillängentouren (bis zu 300 Meter) sein.

Tagsüber ist es richtig warm, nur nachts wird es noch kälter als in Zagora (so um die 3 Grad). In den kalten Nächten macht sich Simon viele Gedanken, wie mein Knöchel am Sinnvollsten zu reparieren ist. Das Ergebnis: Dank ADAC Plus Mitgliedschaft bekomme ich eine neue Schwinge geschickt und es muss nix an mir "rumgeschweißt" werden. Jetzt braucht er nur noch eine Hebebühne für den Einbau, sobald das Ersatzteil in Marokko eintrifft. Der bisherige Plan: weiter durch die Berge fahren, noch mal in die Wüste und dann ans Meer, wird etwas abgeändert. Erst ans Meer, Schwinge nach Agadir schicken lassen, Surfen, Schwinge einbauen, Surfen, offroad in die Wüste und weiter in die Berge.

Wir machen uns auf den Weg ans Meer, fahren über den Hohen Atlas (leider nur über normale Straßen) und legen einen Zwischenstopp in Marrakesch ein. Claudia ist voller Vorfreude auf den 1001 Nacht Zauber.

Wir steuern den Campingplatz Le Relais an, super schöner Platz und alles sehr orientalisch, so wie Claudia sich Marrakesch vorstellt. Am nächsten Tag geht es am späten Nachmittag mit dem Taxi in die Stadt. Sie kommen ziemlich enttäuscht und durchgefroren von ihrer Stadttour zurück. Es ist dreckig, laut und die Händler sind sehr penetrant. Da hat man schnell ein Tuch um den Kopf gewickelt, ob man nun möchte oder nicht. Trotzdem schaffen sie es, die Souks nur mit Tee und Rosenwasser (für die Schönheit) zu verlassen und schleppen keinen Teppich oder sonstigen Grimsgram an. Kein 1001 Nacht Zauber! Nichts wie in den 1001 Nacht Märchen! Immerhin sieht man ab und zu schöne bunte Farben und die Medina mit all ihren engen Gassen hat auch ihre versteckten schönen Seiten.

Vielleicht hätten die Beiden Marrakesch etwas mehr Zeit geben sollen, vielleicht liegt es auch daran, dass die Stadt sie nach den vielen Wochen fernab vom Trubel einfach erschlagen hat, vielleicht waren die Erwartungen auch zu hoch...

Alles hat sein Gutes und Dank der drei Nächte auf dem Campingplatz haben sie sehr nette und interessante Reisende kennengelernt :-).


So und nun ab ans Meer, auf nach Essaouira! Claudia ist sofort von der Stadt entzückt und fühlt sich verzaubert. Essaouira ist bunt, stylisch, lässig, modern und hat einen ganz besonderen Charme. Nach 1967 zog es viele Hippies hier her, auch Musiklegenden wie Jimi Hendrix, Jim Morrison und David Bowie sind hier schon lang geschlendert. Kein Wunder also, warum es Claudia so gut gefällt. Alle drei hingen in Simons und Claudias Wohnung. Claudia ist ein riesen Bowie-Fan und in jungen Jahren dachte sie lange Zeit, sie ist die Wiedergeburt von Jim Morrison...

Julia und Jens treffen sie in Essaouira zum Stadtbummel wieder. Da der Stadtcampingplatz leider nicht zumutbar ist (Sanitäranlagen sind nur mit Gasmaske, Gummistiefel und Handschuhen benutzbar), fahren wir auf den Campingplatz Esprit Natur, 16 km von der Stadt entfernt, super schön und idyllisch. Das Freistehen wird fast nirgendwo mehr erlaubt und die Polizei schickt Wildcamper weg. Die Campingplätze sind super günstig (zwischen 5 und 9 Euro pro Tag für uns drei), die Meisten sehr schön, sauber und es gibt heiße Duschen. Da zahlen Claudia und Simon gerne das Geld, da das Land hauptsächlich vom Tourismus lebt.

Am nächsten Morgen stehen die Beiden relativ früh auf (so gegen 9.30 Uhr) und es geht noch mal zum Bummeln und Essen nach Essaouira.

Nach dem Stadtbummel fahren wir zum Carrefour, der erste große Supermarkt seit drei Wochen und hier gibt es tatsächlich Wein und Bier!!! Welch eine Freude für Claudia und Simon. Wieder mit den wichtigsten Nahrungsmitteln eingedeckt, geht es weiter Richtung Süden bis nach Sidi Kaouki (ganze 27 Kilometer weiter). Und endlich können wir frei direkt am Strand stehen. Es stehen noch viele andere Busse, Wohnmobile und sonstige Bastelbuden rum. Das Programm für die nächsten Tage: Ausblick und Meerrauschen genießen.

Aber Vorsicht ist angesagt, hier treibt sich eine Bande rum, die auch gerne mal Schuhe klaut (zum Glück nur beim Nachbarn). Diese ausgebuffte Hundegang ist ansonsten harmlos, liegt meistens neben mir rum und bringt auch mal einen toten Vogel als Dankeschön für den Schatten vorbei. Zwei Nächte stehen wir an diesem schönen Fleckchen, gestern Abend hat uns die Polizei leider gebeten, den Platz zu verlassen. Es sei zu unsicher und ist nicht erlaubt am Strand zu übernachten. Also wird alles zusammen gepackt und wir fahren zum Campingplatz 2 km weiter.

Heute morgen gibt es ein schnelles Frühstück und dann ab an den Strand, Simon möchte sein neues Surfbrett einweihen...



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