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Griechenland: leckeres Essen, Klettern, Kultur, Sonne, Meer & Strand und das alles sehr entspannt...

Aktualisiert: 5. Juni 2019

Bei Regen fahren wir von Albanien über die griechische Grenze, es wird immer grauer und regnet wie aus Eimern. Albanien hat uns sehr gut gefallen, tolles Land, hammer Landschaft, alles noch sehr ursprünglich und sooo herzliche Menschen. Unser erstes Ziel in Griechenland ist die Vikos Schlucht, die vor uns in Wolken liegt. Wir lassen uns die Laune nicht verderben und suchen uns einen schönen Nachtplatz mit Blick auf die Schlucht im Wolkendunst.



Am nächsten Morgen macht der Regen eine kurze Pause. Er lässt nicht lange auf sich warten, der Spaziergang wird beendet, es geht in ein gemütliches Cafe. Claudia ist total entzückt, überall Deko, schönes Geschirr, Schmuck und anderen Schnullikram den man kaufen kann. Sie überlegt schon wo noch Platz in den Schränken ist. Schnell sind zwei Tässchen ausgesucht. Schnell sind sie wieder zurück ins Regal gestellt, Simon hat sie dezent darauf hingewiesen, dass sie die nicht brauchen... Schöne verzierte Tässchen kann man immer brauchen... Der Cappuccino schmeckt hervorragend! An die Preise müssen sie sich erst wieder gewöhnen. Statt 2 Euro für zwei Cappuccino wie in Albanien, zahlen sie hier 7 Euro.

Wir nutzen den ollen Regentag als Fahrtag und fahren bis kurz vor Peleponnes und suchen uns eine Bucht zum Übernachten mit Blick auf Patras.

Am nächsten Morgen ist die Sonne wieder da und das bleibt sie jetzt hoffentlich auch. Es wird beschlossen, noch einen Tag in der Bucht zu verweilen. Simon hat oben am Hügel alte Mauern entdeckt, da wandern die Beiden hin und schauen sich fasziniert die Steinchen aus der Nähe an, die Simon an Südamerika erinnern. Schildkröten und Schlangen rennen und kriechen ihnen über den Weg. Ich habe drei Stunden Ruhe mit Blick aufs Meer und einen sehr schönen alten Mercedes Kurzhauber.



Nach dem Abendessen entdeckt Simon eine riesen Zecke an seinem Arm, die Claudia ihm raus operiert. Widerlich diese Viecher!



Nach einem ausgiebiges Frühstück, Bräunen und Haushalt fahren wir für 20 Euro (Simon wurmt der Preis enorm) über die Brücke auf Peleponnes. Simons Dad hat vorgeschlagen, wir könnten seine ehemalige Kollegin Christine besuchen, die gerade für ein paar Wochen bei ihrer Schwester Uschi auf Peleponnes ist und sich um ihren Olivenhain kümmert. Und so machen wir uns auf den Weg nach Dafni Damissa und kommen über Feldwege zu dem abgelegenen Haus von Uschi in herrlicher Natur. Nach einem gemütlichen, entspannten Nachmittag und leckeren Schokoladenkuchen fahren wir weiter ans Meer bei Salvia. Danke euch Beiden für die schönen Stunden!

Es werden 2 Kilo Hundeleckerlies für die vielen netten Strassenhunde gekauft. Claudia freut sich schon den ersten Leckerlie zu verteilen. Kein Hund weit und breit, nur noch Katzen...

Am nächsten Morgen dreht Simon eine kleine Runde und entdeckt am Parkplatz neun ausgesetzte Hundewelpen. Die Leckerlies sind zu groß, die fressen sie nicht. Aber sie schlabbern Wasser und Milch. Die sind so niedlich, da wird sogar mein Busherz ganz weich und ich würde am liebsten alle neun Fellknäulchen einpacken.



Simon fragt einen Griechen, ob es eine Auffangstation für Hunde in der Nähe gibt. Er verspricht jemanden zu schicken, der die Hündchen abholt. Ein Welpe wird direkt von einem älteren Spaziergänger adoptiert und schon sind es nur noch acht. Wir fahren zum Markt Gemüse und Obst kaufen und schauen auf dem Rückweg noch mal bei den Hündchen vorbei, in der Hoffnung, dass sie abgeholt wurden. Alle noch da, alle wieder hungrig. Sie werden mit Milch versorgt, Simon ruft Christine an. Sie wird am Abend her fahren und sich um die Kleinen kümmern und wir können beruhigt weiterfahren. Bei uns steht Kultur auf dem Programm, wir düsen weiter nach Olympia. Durch die Welpenaktion kommen wir statt den geplanten 11.00 Uhr erst 17.00 Uhr in Olympia an. Unser Glück, denn am frühen Abend ist Olympia so gut wie leer und Claudia und Simon können sich die Steine in Ruhe ohne Touristenschwärme anschauen. Mich können ja so olle Steine und zerbröselte Mauern überhaupt nicht begeistern, aber dieser Ort strahlt eine ganz besondere Ruhe aus, die selbst ich spüre.



Das Museum von Olympia ist sehr beeindruckend, da kommt auch Claudia ins Staunen, die sich Museen lieber von außen anschaut. Kulturprogramm abgehakt, ab an den Strand und in den Dünen bei Kato Samiko den perfekten Platz suchen. Herrlich! So was gefällt mir!



Die nächsten drei Tage gurken wir auf dem mittleren Finger von Peleponnes rum und lassen es uns gut gehen. Wir machen einen auf Buchtenjäger und klappern wunderschöne, ruhige Buchten ab. Kein Weg zu abgelegenen Stränden ist mir zu steil oder zu eng...



Wir fahren auf den äußeren Zipfel der Peleponnes und schauen uns das schöne Städtchen Monemvasia an, das auf einer Miniinsel liegt und durch ein kleines Tor erreichbar ist.



In Leonidio werden wir für eine ganze Woche sesshaft. Kletterfelsen mit über 1000 Routen, Strand und Meer - alles was die Beiden brauchen an einem Ort. Das kleine Städtchen ist so niedlich und kein Touristenort. Schnell haben die Beiden ihr Stammcafe, ihren Stammbäcker und ihre Obst- und Gemüsefrau, von der Claudia Tomaten, Bananen oder Kräuter geschenkt bekommt. Etwas 6 Kilometer entfernt finden wir einen kleinen Strand, mit zwei leeren Häusern und einer versteckten Zufahrt. Für uns der perfekte Übernachtungsplatz. Unsere 2 Kilo Leckerlies helfen uns auch hier nicht weiter, wir haben ein schwangeres Kätzchen zu versorgen.

Simon geniesst das Klettern, Claudia sichert mit ihrem neuen Helm, der aber blöderweise nicht vor Steinen im Weg hilft...



Wäsche waschen steht auf dem Programm und wir fahren nach 2 Wochen frei stehen einen Campingplatz an (Camping Semeli bei Leonidio). Wir begehen fast den fatalen Fehler uns in die Spielstrassse am Platz zu stellen (der Teil ist in fester Hand von deutschen Elternzeittouristen). Zum Glück bemerkt Simon all das Kinderspielzeug und die Kinderwägen um uns rum und wir fliehen in eine ruhige Ecke. Claudia bekommt am nächsten Tag einen kompletten Nixtutag von Simon geschenkt. Einen Tag ohne Fahren, ohne Klettern, ohne Haushalt, ohne Kulturprogramm, ohne Reparaturen, ohne Wanderung (ausser die 50m zum Beach), ohne Einkaufen,..., einfach nix machen. Ja so eine Reise ist auch Arbeit, da braucht man ab und zu mal einen Tag zum Ausruhen. Für Simon gar nicht so einfach, aber für seine Claudia bemüht er sich diesen Tag irgendwie durchzustehen (zum Glück hat er sich zwei knifflige Puzzle besorgt).



Am letzten Tag in Leonidio steht wieder Klettern auf dem Programm und als Dank für den tollen Nixtutag quält sich Claudia einen Klettersteig zum Fels hoch und unter Angstschweiss wieder runter. Wie ein Trauerkloss hängt sie am Seil, in das sie Simon als Sicherung beim Abstieg hängt. Aber souverän bringt er Claudia heile den Fels hinab.



Nach Cappuccino und lecker Gebäck zum Frühstück im Stammcafe heißt es Abschied nehmen von Leonidio. Hätten wir mehr Zeit, würden wir es locker noch zwei Wochen aushalten.



Aber wir wollen bis August im Pamir Gebirge in Tadschikistan sein. Bis dahin sind es noch viele tausende Kilometer und in Georgien & Armenien wollen wir etwas länger bleiben.

Mit einem Zwischenstop am Strand (Claudia stürtzt sich das erste Mal in die Fluten!) geht es weiter nach Nafplio, dem schönsten Städtchen auf Peleponnes. Nach einem Stadtbummel übernachten wir am Strand. In den Morgenstunden schlendern Claudia und Simon noch mal ohne Touristen durch die Gassen.



Wir verlassen Peleponnes, fahren über den Kanal von Korinth nach Athen und besuchen Panagiotis (einen ehemaligen Kollegen von Claudia) und seine zwei Kinder Katerina und Aris. Claudia und Simon werden vom Feinsten verwöhnt, sie geniessen die Zeit mit den Dreien und fühlen sich sehr wohl!



Nach einem leckeren Frühstück, heisst es für uns Abschied nehmen und wir ziehen weiter.

Heute steht Kultur auf dem Programm, es geht nach Delphi. Um die Touristenschwärme zu vermeiden, legen Claudia und Simon erst am späten Nachmittag mit der Besichtigung los. Bis auf zwei Schulklassen und ein paar Touristen ist nichts los.


Die Beiden sind beeindruckt von Delphi und ich beobachte beeindruckt Touristen, die hinter die Autos pinkeln, auch hinter mich. Als ob es hier keine Toiletten gibt! Die gibt es überall!

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz verschlägt es uns eine halbe Stunde weiter nach Amfissa auf einen Parkplatz vor einer alten Festung. Claudia und Simon finden eine gemütlich Taverne, unterhalten sich mit dem Wirt, der kein Deutsch oder Englisch spricht, bekommen eine Flasche Schnaps geschenkt und wir können direkt in seinem Hof mitten in der Altstadt übernachten.



Nach einem Stadtbummel machen wir uns auf den Weg Richtung Pyli. In der Umgebung von Pyli hat Simon ein Klettergebiet entdeckt, da muss er hin. Geklettert wird bei Mouzaki, übernachtet in Pyli am Fluss.

Unser nächstes Ziel sind die Meteora-Klöster östlich des Pindos-Gebirges nahe der Stadt Kalambaka, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die Klöster sind auf hohen Sandsteinfelsen gebaut und von den 24 einzelnen Klöstern und Eremitagen sind heute noch 6 bewohnt. Wir finden einen gemütlichen Platz zum Ausruhen, Claudia ist mit Erkältung angeschlagen. Zum Sonnenuntergang fahren wir zu einem Aussichtpunkt mit Blick auf die Klöster. Die Idee haben Scharren von anderen Touristen auch.



Da der Andrang bei den Klöstern riesig ist, wollen Claudia und Simon 9.00 Uhr morgens zur Eröffnung des Kloster vor dem Eingang stehen. 8.45 Uhr sind wir tatsächlich startklar. Wir kommen ganze 50 Meter weit, dann bleibe ich stehen, rolle keinen Meter mehr und gebe keinen Mucks von mir. Wie auch! Ich kann nicht mehr! Ich bin total ausgehungert! Simon hat vergessen Diesel vom Zusatztank in meinen Tank umzupumpen, der nun völlig leer ist... Auf den letzten Tropfen habe ich die Beiden gestern her gebracht... Kurze Stille, dann erkennt Simon sofort warum ich keinen Mucks mehr von mir gebe. Na immerhin ist es ihm peinlich!


Claudia und Simon schauen sich die Beiden Nonnenklöster an, der Andrang und die anrollenden Touristenbusse werden immer mehr. Es wird Zeit die Biege zu machen.



Außerdem sind wir verabredet, wir treffen Aaron und Iveco wieder. Aaron hat übrigens meinen Wink mit dem Zaunpfahl verstanden, Iveco hat jetzt auch einen Namen: Sputnik. Wir treffen uns in Alexandria ( nicht zu verwechseln mit dem bekannten Alexandria in Ägypten). Die Wiedersehensfreude ist groß. Wenn ihr euch erinnert, wir waren zusammen in Albanien unterwegs (hier ein Video von Aaron - Albanien aus der Vogelperspektive: http://youtu.be/moViq6yp1H8 ).

Die Drei schlagen sich die Bäuche mit lecker Essen voll und dann fahren wir zum Tanken nach Mazedonien und zurück nach Griechenland. Hungern muss ich erst mal nicht, beide Tanks sind randvoll! Und bei dem Preis (1 Euro pro Liter) haben wir für 135 Liter 50 Euro gespart, da lohnt sich schon mal der kleine Umweg über Mazedonien.

Am nächsten Morgen brechen wir früh (12.30 Uhr) nach Thessaloniki auf. Wir haben viel vor: Simon holt für mich einen neuen Stossdämpfer als Ersatzteil ab (werden wir hoffentlich nie brauchen), den er sich zu Dimitra schicken lassen hat (der Cousine der Frau seines ehemaligen Kollegen Tobi). Vielen Dank Dimitra für deine Hilfe! Aaron braucht neue Solarpanel für Sputnik. Die alten (3 Monate alt) funktionieren nicht mehr... Im Camperladen haben sie leider keine auf Lager.


Unsere Reise geht weiter nach Chalkidiki. Sputnik und ich erkunden seit ein paar Tagen den mittleren Finger; Claudia, Simon und Aaron genießen das Karibikflair. Laut unserer groben Reiseplanung wären wir seit 2. Juni bereits in der Türkei. Aber irgendwie kommen wir nicht weg...



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