Suche
    • ClauSi

    Die Reise geht weiter, Zentralasien wir kommen! Erstes Ziel erreicht: Kajaken in Slowenien

    Aktualisiert: 22. Apr 2019

    Am Samstag, den 13. April 21.25 Uhr starten wir bei Halbmond unser großes Abenteuer Richtung Zentralasien. Claudia trinkt noch schnell zwei Eierlikör mit Simons Eltern und Inge. Dann heißt es Abschied nehmen. Der erste Abschied hat bereits am frühen Nachmittag stattgefunden. Gitta und Franz dachten, wenn sie von ihrem Nürnberger Stadtbummel zurück kommen, haben sie ihr Haus wieder für sich allein. 19.00 Uhr stehe ich immer noch im Hof.



    Es geht los. Ich rolle über die Straße, spüre den Asphalt unter mir, der Wind weht mir um den Kühler. Ich bin aufgeregt, ich freue mich, ich bin so gespannt.


    Mit zwei Wochen Verspätung sind wir endlich aufgebrochen. Die Verzögerung lag natürlich mal wieder an mir. Die Reparaturen meiner beiden Unfallverletzungen waren aufwendiger als wir dachten und hat uns während unseres Zwischenstopp in der Heimat zwei zusätzliche Wochen gekostet. Ich musste mich einer großen OP unterziehen. Es wurden Seitenteile rausgeschnitten, neue Teile eingeschweißt und ich wurde neu lackiert. Zu allem Übel musste vor der OP mein Innenausbau ausgebaut werden, ich war eine komplette Baustelle. Das hat Claudia und Simon viele Nerven gekostet und ihre Geduld sehr strapaziert (ich war länger im Krankenhaus als gedacht bzw. ausgemacht). Nachdem ich frisch operiert und wieder wunderhübsch (äußerlich, innen war ich eine Katastrophe) vor ihnen stand und der Innenausbau wieder eingebaut war, konnte Simon mit den eigentlich geplanten Arbeiten während unseres Aufenthaltes zu Hause beginnen.



    Dieselfilter, Servopumpe, Wasserpumpe wechseln, Ölwechsel, neues Heizungsventil einbauen, hintere Lager wechseln und das Allerbeste: ich habe neue Seikelschwingen für die Hinterachse bekommen. Richtig robuste Gusseisenschwingen, damit ich in Asien über jede Piste hoppeln kann, ohne dass sich was verbiegt (wie in Marokko). Und meine vordere Stoßstange crasht mir so schnell keiner mehr, die Neue ist aus einem Guss, da brechen keine Ecken mehr weg. Claudias Aufgabe war wie immer Werkzeug reichen, mich vom OP- Dreck befreien, neue Deko aufhängen, sonstige Hilfsarbeiten, Reiseeinkäufe, Papierkram (mit Versicherungen, Banken, Carnet de Passage für mich, etc.) und Bus einräumen (außer Werkzeug und Ersatzteile - darum kümmert sich Simon).



    Viele Tage und Nächte sind die Beiden am werkeln, die Stimmung ist nicht immer auf dem Höhepunkt. Simon ist ein richtiger Busdoktor, ich werde sogar mit dem Stethoskop abgehört. Die Abreise verschiebt sich um Tag für Tag, um Woche für Woche, immer wieder werden ihnen kleine Stolpersteine in den Weg gelegt.



    Ihr Lager während dieser Zeit dürfen Claudia und Simon wieder bei Simons Eltern in Pleinfeld aufschlagen, hier haben sie eine ganze Etage mit eigener Küche und Bad zum Ausbreiten. Vielen lieben Dank an Gitta und Franz für diese Rückzugs- und Wohlfühloase. Ich war die meiste Zeit im Krankenhaus oder hing auf der Hebebühne bei Inge und Ralf rum. Vielen lieben Dank euch beiden, dass ich wieder in eurer Werkstatt wohnen durfte.


    Es gab auch ein Leben außerhalb der Werkstatt! Claudias Geburtstag haben die Beiden (ohne mich) in Kaiserslautern mit ihrer Familie gefeiert, das war eine große Wiedersehensfreude und für Claudia das schönste Geschenk ihre Familie an ihrem Ehrentag um sich zu haben!


    Mich gibt es jetzt übrigens in klein (ein Originalabbild aus Holz geschnitzt in Marokko). Mini-ClauSi wohnt bei Leia und hat dort im Gegensatz zu mir sogar ein eigenes Bett.



    Zu ihren Eltern nach Berlin ist Claudia natürlich auch gefahren und hat sich verwöhnen lassen. An den bevorstehenden Abschied wollte keiner denken. Es wurde gefeiert, viel gelacht und zu dritt im Kino zum Film Bohemian Rhapsody geheult. Damit der Abschied noch etwas hinaus gezögert werden kann, hat sie die Beiden noch ein paar Tage mit nach Pleinfeld genommen. Der Abschied lag ihr sehr schwer im Magen, da sind die Tränchen gekullert. Sie wird euch sehr vermissen, das weiss ich!



    Nach Kaiserslautern zu ihrer Schwester und ihren Nichten ging es auch noch mal für ein paar Tage. Der Abschied wurde verdrängt und jede Minute genossen. Obwohl Isi und Claudia ausgemacht haben, nicht beim Abschied zu weinen sind bei Claudia wieder dicke Tränchen gekullert und ihr wurde es ganz schwer ums Herz.



    Zum Glück gibt es Handys und Internet! Lilli war sehr froh, als sie hörte, dass ihre Tante weiterhin erreichbar ist (auch wenn sie nicht verstehen kann, warum ihre Mama und ihre Tante jeden Tag telefonieren). Während der Reise wird nicht täglich möglich sein, aber mindestens einmal die Woche. Ausserhalb von Europa werden sie sich in jedem Land eine lokale SIM-Karte holen und für die abgeschiedenen Gegenden ohne Netz haben sie ihr Garmin inreach mini dabei und können über Satelliten den Lieben daheim per SMS ein Lebenszeichen schicken.

    Sollten sich die Beiden in völliger Abgeschiedenheit verletzen, können sie sich gegenseitig nähen, spritzen, Infusionen legen, Wunden verbinden, beim Allergieschock richtig reagieren und sind mit den wichtigsten Medikamenten und Nähgeräten ausgestattet. Danke Alex für deinen super Erste Hilfekurs!! Da bin ich auch beruhigter...



    Simon hat in seinen freien Minuten Sport gemacht, war Joggen, Klettern und Bouldern. Leider waren die freien Minuten viel zu wenig. Auch Claudia hat nach über zwei Jahren ihre Laufschuhe ausgepackt, war tatsächlich joggen und das gleich einmal...


    Und jetzt sind wir tatsächlich wieder on the road. Unser Ziel: nach wie vor Zentralasien. Die geplante Route haben wir nur ein bißchen von der Reihenfolge geändert: Österreich, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Georgien, Armenien, Georgien, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran und dann vielleicht im Winter in den Oman.Und danach? Das ist noch offen.


    Unser erstes Ziel ist Slowenien. All die Anspannung, die Tage und Nächte in der Werkstatt, das nicht enden wollenden Chaos sind vergessen, das Grinsen breitet sich in ihren Gesichtern aus. Die gute Laune hält genau für 30 Minuten. Als Simon nach seinen kleinen Titantöpfchen fragt und Claudia sich nicht erinnern kann, dass sie diese eingepackt hat, kippt die Stimmung. Simon ist sauer und fragt Claudia, mit was sie jetzt auf der einwöchigen Trekkingtour durch Nepal kochen wollen?? Claudia fragt sich, mit wem er diese einwöchige Trekkingtour durch Nepal geplant hat? Ich frage mich, was ich eine Woche alleine machen soll. Nepal steht bis jetzt nicht mal auf der Routenplanung. Zum Glück sind die Töpfchen schnell wieder vergessen und die Freude über die Reise siegt. Bis Slowenien fahren wir heute nicht mehr. Gegen 23.30 Uhr kommen wir in München bei Simons Bruder Stefan an. Hier stoßen die drei erst einmal mit 2 Flaschen Sekt auf den Reisebeginn an. Morgen früh soll es weitergehen. Da "früh" bei den Beiden ein sehr dehnbarer Begriff ist, glaube ich nicht an eine Abfahrt vor Mittag.


    Nach einem leckerem Frühstück (Danke Stefan!) starten wir 12.00 Uhr Richtung Slowenien. Soviel zu "früh"...



    Die Sonne lacht, Simon lacht, Claudia lacht und ich schnurre wie ein Kätzchen. Jetzt geht es wirklich los. Auf Wiedersehen all ihr Lieben, auf Wiedersehen Deutschland!


    Durch Österreich und ein kurzes Stück Italien geht es nach Slowenien - unsere ersten drei Grenzen. Die erste Nacht verbringen wir in Kobarid an der Soca, es gibt am Abend Forelle (wie immer, wenn wir in Slowenien sind). Was steht die nächsten Tage auf dem Programm? Wir verbringen drei Tage in Bovec im Camp vom Prijon Sportcenter und Simon geht auf der Soca Kajak fahren zur Vorbereitung auf seine Wildwasserkajaktour in Montenegro und Albanien. Und bei Claudia? Dreimal dürft ihr raten...! Chillen, im Bus rumwurschteln und etwas Reiseplanung - grob, bloß nichts im Detail. Kommt doch eh alles anders...



    Morgen geht es weiter nach Kroatien und Anfang nächster Woche wollen wir in Montenegro sein.




    106 Ansichten2 Kommentare