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    • ClauSi

    Der magische Innenhof in Tiflis, herrliche Wanderfahrten und mit Flattermagen zur russischen Grenze

    Aktualisiert: 2. Aug 2019

    Zurück in Georgien. Wir kommen gegen Mittag in Tiflis an, wir sind heute morgen mal früh aufgebrochen (so gegen 11 Uhr). Unser erstes To Do in Tiflis: Claudias und Simons 2. Reisepässe mit Russland Visa abholen, die sind heute endlich per DHL Kurier angekommen. Das ist schnell erledigt und wir quartieren uns im Innenhof vom Yard Hostel ein. Für 1,50 pro Person (ich koste nichts) können wir hier im Hof übernachten und Claudia und Simon können die Duschen, Toiletten und Küche benutzen. Okay die Dusche ist jetzt nicht so der Wellnessbereich. Das Motto lautet: stillstehen, nicht bewegen, auf keinen Fall den Duschvorhang und die Fliessen berühren (die leben), Flip Flops bloss nicht ausziehen.


    Es ist schwül und heiß, aber ich stehe glücklicherweise auf dem einzigsten Ganztages-Schattenplatz im Hof. Wir wollen zwei Nächte in Tiflis bleiben und dann weiter in den Osten von Georgien. Ich lache mich jetzt schon schief! Wenn wir hier wirklich nach zwei Nächten wegkommen, klebe ich mir pinke Wimpern über meine Scheinwerfer und schreibe hinten auf meine Heckscheibe: pink is my life.


    Im Hof stehen noch andere Reisefahrzeuge rum, das gefällt mir. Claudia und Simon kommen in Kontakt mit Fabian, Caro und ihrem Nissan Patrol. Die drei kommen aus München, sind seit knapp einem Jahr unterwegs und fahren langsam wieder Richtung Heimat. Ich mag den Patrol auf Anhieb und er heißt auch noch Schnuffi, wie Claudia (so wird sie liebevoll von ihren Eltern genannt und das auch noch mit 41 Jahren).


    Fabian und Caro nehmen die Beiden zu einer Free Walking Tour durch Tiflis mit. Diese Free Walking Tours kannten unsere beiden Reiseexperten bisher nicht. Die Stadtführung kostet nix, man gibt nur ein Trinkgeld, wenn es einem gefallen hat und das gibt es wohl in jeder Stadt. Wieder was dazu gelernt. Tiflis ist eine sehr schöne Stadt, hier lässt es sich gut aushalten. Und überall gemütliche Bars, Cafés und Restaurants.



    Der nächste Tag beginnt, wie soll es anderes sein, mit ausschlafen und einem ausgedehntem Frühstück. Gegen Mittag wollen Claudia und Simon in die City starten. Es ist nur viel zu heiß. Simon führt Autofachgespräche mit Fabian und Jan aus der Slowakei (Besitzer eines Renault Kangoo 4x4 und ist mit seiner Freundin Danka unterwegs). Und schwups ist es auch schon Nachmittag. Wo ist nur die Zeit geblieben. Es ist so heiß, da hilft ein kühles Bier. Am Abend sitzen sie immer noch im Hof, haben sich keinen Meter aus dem Hof bewegt und schwanken irgendwann ins Bett.



    Heute ist geplanter Abfahrtstag. Und dreimal dürft ihr raten, ob ich vom Hof rolle? Nein, natürlich nicht! Heute steht doch die Stadterkundung auf dem Plan. Aber erst einmal geht es zum Frühstücken in die Fabrika. Hier gibt es alles was das Frühstücksherz begehrt: Säfte, Pancakes, Kuchen, Croissants, Tortilla, Omelette in verschiedenen Varianten, Muffins, Käse, Schinken, Obst,...

    Nach dem reichhaltigem Frühstück geht es zurück in den Hof. Erst mal ausruhen. Am Nachmittag soll es in die Stadt gehen. Fabian schraubt noch schnell am Patrol, Simon fällt ein, er könnte auch noch was schrauben, ... Jan muss nix schrauben, schraubt aber bei Fabian und Simon fleißig mit. Und die Damen? Warten "geduldig" bis es endlich in die Stadt geht. Und schwups ist es Abend, wo ist nur die Zeit geblieben? 18.00 Uhr sind alle startklar. Ab in die City, mit der Gondel hoch auf den Berg, Aussicht über Tiflis genießen und ab zum Essen.



    Das Restaurant ist witzig und sehr gemütlich, Claudia und Caro schmeckt der Wein!




    Zurück im Hof und die Party geht weiter bis zum Morgengrauen...Ups wo ist nur die Zeit geblieben? Am nächsten Morgen, der Kater erwacht...War wohl doch etwas zu viel Wein. Ob ich heute vom Hof rolle? Wohl eher nicht! Erst mal auf zum Katerfrühstück wieder in die Fabrika. Für das tolle Frühstück sind Claudia, Simon, Caro und Fabian zu spät. Dann eben Burger Frühstück. Zurück im Hof machen Claudia und Caro Mittagsschlaf. Fabian und Simon schrauben und fahren los Öl besorgen. Und ich? Ich stehe im Hof und vegetiere bei der Hitze vor mich hin.


    Und schwups ist der Tag auch schon wieder rum. Am Abend schaffen es die vier tatsächlich noch in die City. Es wird vorzüglich gegessen und die Kathedrale bei Nacht besucht.



    Heute ist endlich der große Tag der Weiterfahrt. Es gibt ein gemeinsames Abschiedsfrühstück.



    Wir kommen am frühen Nachmittag tatsächlich vom Hof. Caro, Fabian und Schnuffi schaffen es auch hier raus. Zusammen kommen wir ganze 35 Kilometer weit bis nach Misaktsieli.



    Irgendwie haben wir schon wieder diese Fahrradgeschwindigkeit, obwohl kein Fahrrad dabei ist?! Nach Sightseeing und Kaffeepause geht es weiter an den Stausee bei Ananuri (immerhin noch mal ganze 33 Kilometer). Wir finden ein lauschiges Plätzchen für einen lauschigen Abend. Ausschlafen, ausgiebig frühstücken, nur die Kühe werden etwas lästig.



    Simon ist es zu heiß und er nimmt seinen Stuhl als Luftfächer. Blöd nur, dass Claudias und sein Handy im Stuhl liegen als er diesen in die Luft wirbelt. Claudias Handy überlebt den Stunt, Simons Handy nicht. Falls ihr ihn erreichen wollt, geht gerade nur über Claudia...


    Schnuffi (der Patrol) und ich fahren hoch nach Stepanzminda. Nein unsere Besitzer haben wir nicht am Stausee gelassen (hätten wir aber gern), die sitzen schön brav am Steuer und auf dem Beifahrersitz. Von Stepanzminda geht es für uns in ein paar Tagen rüber über die Grenze nach Russland. Aus Zeitgründen (die Zeit die wir in Tiflis und Armenien vertrödelt haben) streichen wir den Abano Pass im Osten von Georgien bzw. den ganzen Osten von Georgien.

    Hier mal unsere Route vor und nach Armenien durch Georgien (der Abano Pass ist hier bereits ein gemalt, obwohl wir da nicht waren):



    Weniger ist mehr und wir wollen lieber noch die Gegend um Kazbegi erkunden.

    Leider liegt die bekannte Gergetier Dreifaltigkeitskirchen im Nebel und den Kasbek sehen wir heute nicht.



    Egal, wir sind optimistisch, morgen wird die Sonne wieder für uns scheinen.

    Und siehe da, ein neuer Tag, ein neues Sonnenglück und der Kasbek vor unseren Augen.




    Wir fahren zusammen ins Truso Tal. Es ist so herrlich hier! Viele Wanderer. Ich liebe es, dort zu fahren wo andere wandern.



    Wir finden einen schönen Platz zum relaxen und den Tag mit Wein, Bier und den letzten Tropfen Schnaps ausklingen zu lassen.



    Guten Morgen, die Sonne lacht, und schwups die wup hat Simon für alle Omelette gemacht.



    Wir fahren noch ein Stück in das Tal bis zum Militärposten, ab da geht es leider nicht weiter, sonst würden wir illegal nach Südossetien einreisen.



    Nach einem ausgiebigen Nachmittagssnack heißt es Abschied nehmen von Caro, Fabian und Schnuffi. Ich habe Tränchen des Abschiedsschmerzes in meinen Scheinwerfern. Ihr werdet mir/ uns fehlen! Mit euch wären wir gerne noch eine Weile zusammen gereist! Das Sportprogramm für die Bauchmuskeln vom Lachen hat gut getan! Man hat ja sonst nicht viel zu lachen auf so einer Reise :-).



    Wir fahren ins Sno Tal, ganz alleine. Am Ende der Straße, vor dem Militärposten (auch hier geht es irgendwann nicht mehr weiter) schlagen wir unser Nachtlager auf.



    Das Militär hat uns noch Tipps gegeben wo wir schön stehen können. Morgen oder übermorgen wollen wir nach Russland. Claudia ist schon etwas nervös. Es gibt im Moment nur diesen einen offiziellen Grenzübergang bei Stepanzminda. Das bedeutet viel los, viele LKWs und Kilometer lange Staus und lange Wartezeiten. Und Tunnel!!! Stau im Tunnel, ein Alptraum für Claudia. Und darum wollen wir am Wochenende über die Grenze, da soll wohl weniger los sein.


    Kurz vor 10.00 Uhr morgens, die Beiden liegen noch im Bett, was sehe ich da? Ein VW T3 Syncro kommt hupend angefahren. Das sind Markus und Jasmin vom Bodensee. Die Beiden fahren fast die gleiche Strecke wie wir, sie sind im Juni losgefahren und haben für mich noch diverse Ersatzteile im Gepäck :-). Vielen lieben Dank euch beiden! Claudia und Simon werden mit frischem Kaffee begrüßt.



    Spontan beschließen wir heute noch mit den Beiden über die Grenze nach Russland zu fahren. Claudia kramt ihre Bachblütentropfen zur Beruhigung vor der Tunnelpanik aus. Am späten Nachmittag düsen wir zur Grenze, Claudia hat Magenflattern und nimmt gleich mal die doppelte Menge an Bachblütentropfen. Wir fahren die Heeresstrasse hoch, fast kein Verkehr, so gut wie keine LKWs und zur großen Erleichterung von Claudia: kein Stau im Tunnel! Auf der georgischen Seite sind wir in einer halben Stunde durch. Auf der russischen Seite ist auch wenig los. Mit Formularen ausfüllen sind wir auch hier nach einer Stunde fertig. Die russischen Grenzbeamten sind sehr hilfsbereit und ich werde nur oberflächlich durchgecheckt. Und dann sind wir in Russland! Ohne stundenlanges Warten!


    Wir fahren bis Wladikawkas und finden an einem Aussichtspunkt über der Stadt einen Übernachtungsplatz. Ein paar Russen feiern eine kleine Party, na da feiern wir doch gleich mit!



    Leicht verkatert und nach einer Morgendusche geht es nach Wladikawkas Rubel und SIM Karten besorgen. Die Stadt haut uns echt vom Hocker. Alles so sauber, überall Parks mit Jazzmusik im Hintergrund und bunten Blumen, schöne Gebäude, nette Cafés und Restaurants. Wir lernen Anna kennen, sie zeigt uns spontan ihre Stadt und geht mit uns Essen. Zum Abschluss fahren wir noch in der ehemaligen Dresdner Straßenbahn, welche seit 2002 hier im Einsatz ist.



    Nach der Stadterkundung fahren wir weiter Richtung Pjatigorsk und übernachten irgendwo im nirgendwo auf einem Hügel.


    Am nächsten Morgen geht es in die Kurstadt Pjatigorsk, Claudia, Simon, Jasmin und Markus wollen in den heißen Schwefelquellen baden. Das Heilbad ist leider geschlossen, aber es gibt überall zugängliche Schwefelbecken. Nur eben keine Duschen, um sich danach das Schwefelwasser abzuwaschen. Das hat Claudia in den Pyrenäen schon nicht so gut vertragen, also springt sie nicht rein. Jasmin und Markus fahren schon mal weiter, wir wollen uns noch die Stadt anschauen. Claudia und Simon bummeln durch das hübsche Städtchen und danach fahren wir an den See in der Nähe. Simon springt ins kühle Wasser, Claudia beobachtet Simon und die Leute. Schön hier! Es wird beschlossen die Nacht hier zu bleiben.



    8.00 Uhr stehen die Beiden auf, ziehen ihre Badesachen und wollen schwimmen (Simon, Claudia will nur kurz mal rein und Haare waschen). Simon läuft in den See und steigt in eine Heftklammer. Claudia flitzt zu mir, holt das Operationsset und der rostige Rest der ollen Klammer wird raus operiert. Simon geht schwimmen, Claudia wäscht Haare. Nach Grießbrei und Kaffee fahren wir nach Stawropol und nach einem Stadtbummel und der Suche nach einer Handyreparaturmöglichkeit (erfolglos, das Display von Simons Handy haben sie nicht auf Lager) geht es weiter Richtung Elista.


    Wir übernachten vor einem Café und machen uns am nächsten Morgen auf nach Elista, der einzigen buddhistische Stadt in Europa.



    Es ist unerträglich heiß und wir fahren weiter. Wenn es schon so ekelig heiss ist, wollen wir eine Wüste dazu! Und die finden wir bei Utta. Simon und ich kurven über Minidünen und Gestrüpp. Irgendwann reicht es Claudia und der Spass im Sand hat ein Ende, wir suchen einen Schlafplatz.



    Frühstück gibt es im Bus ohne Hitze und Sand im Müsli (es ist recht windig). Wir sind gerade mal 30 Minuten wieder auf Asphalt als mich ein entgegenkommender LKW mit Steinen beschießt. So ein Idiot!!! Ein richtiger Steinhagel prasselt auf mich. Ende vom Lied: ich habe zwei fette Steinschläge in meiner Windschutzscheibe und meine zwei Äuglein (Scheinwerfer) sind gesprungen. So eine Schei...! Simon ist auch stocksauer. Das hätten wir mal vorher lesen sollen:



    Also auf nach Astrachan eine Werkstatt suchen, die das irgendwie wieder flicken kann. So können wir jedenfalls nicht weiter, ohne dass uns irgendwann meine Scheibe um die Ohren fliegt. Wir finden eine kompetente Werkstatt und nach zwei Stunden ist alles wieder heile!



    Die zwei Steinschläge wurden mit Vakuum und Harz verarztet, die Scheinwerfer einfach foliert. Mit einem Minischlauch dürfen wir noch meine Wassertanks auffüllen (dauert "nur" knapp 40 Minuten). Wir wollten heute eigentlich nördlich hoch an die Wolga. Das wird wohl nix mehr und wir bleiben die Nacht in Astrachan.



    Heute geht es raus aus der Stadt, rein in den Sand und an die Wolga! Simon unsere Wasserratte vergnügt sich im kühlen Nass.



    Die kurze Zeit in Russland hat uns sehr gut gefallen und wir wissen, Russland ist auf jeden Fall eine längere Reise wert! Irgendwann werden wir wieder kommen und das Land erkunden! Doch für uns heißt es morgen oder übermorgen: auf nach Kasachstan. Durch Kasachstan werden wir nur ein kurzes Stück düsen. Wir haben uns entschieden quer durch Usbekistan nach Tadschikistan zu fahren. Wir sind sehr gespannt, was uns in Kasachstan und Usbekistan erwartet! Um den 17.08.2019 wollen wir in Tadschikistan sein. Aber erst einmal müssen wir die Tage nach Kasachstan kommen...


    Euer ClauSi

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