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    • ClauSi

    Beach life, der erste marokkanische Teppich und Schwingen-OP in Agadir

    Was haben wir die letzten Tage so gemacht und erlebt? Das Hauptprogramm für Claudia und Simon: beach life genießen, sich von einem Strand zum Nächsten treiben lassen und endlich wieder offroad fahren. Das Hauptprogramm für mich: die Beiden ab und zu ein paar Kilometer zum nächsten Strand treiben, rumstehen, mich von Hunden anpinkeln lassen, die mich belagern, die Aussicht genießen, mich bewundern lassen von den Einheimischen und anderen Reisenden, meine Schwingen-OP in Agadir und endlich wieder über Dünen hoppeln.


    Wir verlassen Sidi Kaouki und schaffen es ganze 85 Kilometer weiter nach Imssouane, einem kleinen niedlichen Fischerdorf mit zwei schönen Buchten. Auf dem Weg dorthin nehmen wir zwei Tramper (marokkanische Studenten) bis nach Taghazout mit und ich werde mal wieder von der Polizei erwischt. Diesmal wickelt Simon den Polizisten in eine lange Diskussion ein, möchte genauestens die Berechnung der Bußelder erklärt haben und besteht immer wieder auf eine Quittung. Ergebnis: wir dürfen weiterfahren ohne einen Dirham zu bezahlen.

    Meine neue Schwinge ist mittlerweile in Marokko und wird uns dorthin geliefert, wo immer wir sie in Marokko haben möchten. Da es sich in Imssoaune sehr gut aushalten lässt (Simon kann surfen, Claudia kann stundenlang aufs Meer schauen und träumen), richten wir für die nächsten vier Tage unser Lager im Oceanpoint ein (chilliger Campingplatz, 2 Minuten zum Strand und 5 Minuten ins Fischerdorf) und warten hier auf mein Ersatzteil. Großes Kompliment an den ADAC und die marokkanische Partnerfirma, Transport, Zoll und Lieferung haben reibungslos geklappt! Claudia und Simon lassen sich ihren ersten Teppich und eine marokkanische Decke andrehen. Immerhin handeln sie den Preis knapp um die Hälfte runter und freuen sich über den Kauf, da der Teppich und die Decke ihr jetziges Zuhause noch gemütlicher machen.

    Der Abschied fällt Claudia von diesem verträumten Örtchen schwer, sie würde gern einfach ein paar Wochen bleiben, doch haben wir nicht unbegrenzt Zeit. Es soll immer noch Mitte März von Deutschland aus nach Asien gehen. Also heißt es nun auf nach Agadir, Werkstatt finden, damit meine neue Hinterachsschwinge einbaut werden kann. Die erste Werkstatt will ca. 80 Euro für die OP oder 50 Euro, wenn Simon die Schwinge selber operiert und nur das Werkzeug benutzt (Simons Geschick vertraue ich da eher). Das ist Simon zu teuer und wir fahren auf Empfehlung (Danke Oli!) in die Werkstatt von Ahnine Brahhim, er spricht sogar etwas deutsch. Eigentlich hat er erst Samstag für uns Zeit, heute ist Donnerstag und solange wollen wir nicht in Agadir bleiben. Simon fängt alleine an zu schrauben. Sofort kommen seine zwei Mechaniker und in drei Stunden ist der Einbau für 30 Euro (inklusive Tee und leckeren Kuchen für Claudia und Simon) erledigt. Jens und Julia kommen auf einen Sprung vorbei, sie sind leider in Agadir mit einem Getriebeschaden gestrandet, aber so sehen wir uns alle vor Ahnines Werkstatt wieder.

    Weil es dunkel wird, sollen wir einfach direkt auf dem Parkplatz vor der Werkstatt übernachten (es ist wie ein kleiner Campingplatz mitten in Agadir). Hier stehen noch andere Fahrzeuge und Reisende mit diversen Schäden, zum Glück bin ich wieder voll einsatzfähig. Die Spureinstellung hat dank Wäscheleine auch perfekt geklappt. Das einzig Blöde: wir müssen die olle alte Schwinge mit zurück zur Fähre nehmen. Der Zoll will die alte Schwinge sehen, da die Neue in die Zollpapiere eingetragen wurde. Also muss ein Platz gefunden werden, sie passt zum Glück gerade so in die Dachbox und muss nicht in der Wohnstube liegen. Simons Ma hat den Tipp gegeben, die Schwinge in Spanien dann als Elefantenskulptur zu verkaufen. Vielleicht werden wir damit reich.

    Die Nacht ist recht laut, aber wir stehen sicher und die Beiden schlafen tief und fest. Die Toilette steht für die Ersteinweihung bereit (in der Stadt mag Claudia nicht hinter ein Auto huschen), doch sie schläft die Nacht durch und die Toilette kommt nicht zum Einsatz. Der nächste Tag beginnt mit leckeren Törtchen aus der Patisserie am Platz und dazu ein Kännchen geschenktem Kaffee (die Toilette durfte Claudia auch gleich mit benutzen).

    Bevor wir uns auf den Weg weiter Richtung Süden machen, wird im Carrefour noch schnell Wein und Bier gekauft (nach Agadir wird es wie überall in Marokko schwierig Alkohol zu finden).


    Und endlich darf ich meine Pfötchen wieder auf Piste und Sand setzen. Ein paar Dünen hoppel ich glücklich hoch und runter, mein Knöchel mit neuer Schwinge fühlt sich toll an! Wir fahren vom Sidi Toual Beach bis nach Tifnit alles Piste direkt an der Küste entlang, Hammer Landschaft und niemand weit und breit.


    Im Tifnit bleiben wir eine Nacht und fahren am nächsten Tag weiter die Piste direkt an der Küste entlang bis Mirleft. Ein paar Schilder weisen darauf hin, das irgendetwas "Danger" ist, wir verstehen den Rest allerdings nicht. Etwas weiter treffen wir auf Paragleiter und Simon fragt mal was die Schilder auf sich haben. Sie erklären uns, dass wir aus dem Militärgebiet kommen, in dem auch Schießübungen gemacht werden. Aber wir hätten Glück, Samstag schießt da keiner. Claudia bekommt ab und zu kurz Magenflattern, weil ich im Sand ein klein wenig abdrifte. Ihrer Einschätzung nach sind wir kurz davor ins Meer zu stürzen. Simon und ich haben alles im Griff, der Abhang ist weit entfernt.

    Wir fahren bis Sidi Ifni, Claudia und Simon treffen sich hier mit Uschi und Kai aus Erlangen, die Beiden haben sie in der Todra Schlucht kennengelernt. Den Tag lassen die vier gemütlich mit Rotwein und Meeresrauschen ausklingen. Der nächste Tag beginnt nicht wie sonst mit blauem Himmel und Sonnenschein, nein, sondern mit Wolken und Regen! Der erste Regen in Marokko. Aber wir wollen nicht jammern und am Nachmittag hellt es schon wieder etwas auf und das "olle" Wetter wird für einen Bummel durch Sidi Ifni genutzt. Am Abend geht es mit Uschi und Kai in eine Bar und hier können Claudia und Simon das erste Mal in Marokko offiziell Wein bestellen und trinken, welch eine große Freude.

    Nach zwei Tage Sidi Ifni geht es 34 km wieder Richtung Norden nach Mirleft. Wir stehen für 20 Dirham direkt am Strand. Oberhalb die Weißware (riesen Wohnmobile, alle schön mit ausgerichteter Satellitenschüssel, in Reihe und Glied, schön dicht an dicht gequetscht), unterhalb die coolen Fahrzeuge mit viel Platz und Ruhe. Die Polizei kommt am zweiten Tag, diesmal lassen wir uns nicht vertreiben und bleiben einfach stehen.

    Uschi und Kai kommen auch nach Mirleft und so wird gemeinsam gechillt. Die Beiden sind seit 2017 unterwegs, waren schon in Asien und haben für Claudia und Simon noch einige Tipps und gute Informationen für ihre weitere Reiseplanung. Danke für die schöne Zeit mit euch! Wir sehen uns im März in Nürnberg :-)!

    Die Route Richtung Asien wurde die letzten Tage immer wieder überdacht und die Idee doch durch China zu fahren ist nicht mehr ganz so abwegig wie vor ein paar Wochen. Aber noch sind wir in Marokko, genießen das Land und fahren heute nach Tafraoute in die Berge. So der Plan...







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