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    • ClauSi

    Auf Winnetous Spuren in Kroatien, Ostereier in Mostar (Bosnien), besonderer Service in Montenegro


    Drei Tage Kajaken auf der Soca mit Sascha und Simon ist nach 8 Jahren (so lange ist er nicht mehr im Wildwasser gefahren) wieder völlig in seinem (Wasser-) Element und fühlt sich fit für die Wildwasserkajaktour in Montenegro und Albanien. Das Highlight ist die Friedhofstrecke. Claudia und mir wird ganz schlecht als wir das hören und wir sehen die Gräber von Kajakfahrern bildlich vor unseren Augen. Die Strecke ist recht anspruchsvoll, gestorben ist hier aber noch keiner! Sie heißt nur so, weil am Ende mal ein Friedhof war. Das erzählt uns Simon, als er glücklich von seiner Tour zurück kommt. Nach drei Tagen in Bovec auf dem Campingplatz des Prijon Sportcenter bei Igor (sehr schöner Platz!), heißt es auf Wiedersehen Slowenien. Unser nächstes Ziel: die Plitvicer Seen in Kroatien. Hier wurden einige Winnetou Filme gedreht und Claudia als alter Winnetou Fan (ihre erste große Liebe mit 5 Jahren) möchte da gerne hin. Also machen wir uns auf den Weg. Am Abend gegen 19.00 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz "Korana" an.



    Es ist nicht viel los und wir haben eine ganze Wiese für uns alleine. Im Gegensatz zu Simon und Claudia bin ich gut drauf. Gekocht und gegessen wird getrennt, Simon draußen, Claudia drin. Sie haben sich gestritten, der Grund total bescheuert und keiner will es zugeben. Ich halte mich da raus.

    Am nächsten Morgen, die Sonne lacht, die Beiden noch nicht, Claudia freut sich aber auf die Plitvicer Seen. Vom Campingplatz geht ein kostenloser Shuttlebus direkt zum Nationalpark. Blöd nur, dass dieser nur einmal 9.00 Uhr geht und nicht wie die Beiden denken ab 9.00 Uhr und dann stündlich. Immerhin sind sie 10.00 Uhr startklar. Sie sind extra früh aufgestanden, damit sie gleich den zweiten Shuttlebus nehmen können... Tja, das war ja wohl nix. Kleine Planänderung: fahren wir eben selber zum Park und von dort aus direkt weiter an die Küste ohne noch mal hier zu übernachten (und sparen uns die weiteren 30 Euro pro Nacht).


    Der Nationalpark hat auf knapp 300 km2 16 sichtbare Seen, die kaskadenförmig angeordnet sind und viele Wasserfälle. Überall führen Holzstege ohne Geländer übers Wasser. In Deutschland wären die vom TÜV verboten, könnte ja jemand abstürzen. Bei Claudia ist die Versuchung groß, den einen oder anderen Chinesen ins Wasser zu schubsen, die überall mit ihren Kameras im Weg rumstehen.



    Am späten Nachmittag, nach vier Stunden Wanderung durch den Nationalpark düsen wir ans Meer. Hinter Zadar finden wir ein schönes Plätzchen zum Übernachten, direkt an der Küste.


    Zum Frühstück gibt es Omelette mit Blick aufs Meer. Der Plan für heute: einen Tag am Meer verbringen, nix machen und morgen weiter Richtung Dubrovnik.



    Der neue Plan für heute: wir fahren nach Bosnien und Herzegowina und schauen uns Mostar an. Das Land und die Stadt standen bisher nicht auf der Route. Meistens sind die spontanen Entscheidungen die Besten. Mostar haut Claudia und Simon völlig vom Hocker!

    Wir kommen am Abend gegen 20.00 Uhr an und ich werde auf einem öffentlichen Parkplatz direkt an der Kirche, 5 Minuten vom Zentrum entfernt, abgestellt. Hier darf man für ein paar Euro Übernacht stehen bleiben und für Claudia gibt es sogar eine öffentliche Toilette. Die Beiden machen sich auf zu einem Stadtbummel. Die Altstadt von Mostar hat soviel Charme und versprüht soviel Herzlichkeit. Und trotzdem ist es ein bedrückendes Gefühl, wenn man daran denkt, dass die Stadt im Bosnienkrieg 1993 inklusive dem Wahrzeichen, der Stari Most Brücke, zerstört wurde. Immer wieder sieht man zwischen den hübschen Häusern Mahnmale, die daran erinnern.


    Am Ostersonntag geht es 9.30 Uhr wieder los zur Stadterkundung (ja richtig, die Beiden sind so früh auf den Beinen). In dem Cafe am Parkplatz wollen sie frühstücken. Der Besitzer erklärt, dass heute nicht geöffnet ist, schenkt ihnen zwei Cappuccino und zwei Eier. Frohe Ostern!


    Mostar ist wirklich eine beeindruckende Stadt und wir können jedem eine Besuch nur empfehlen! Wir sind froh, dass wir die spontane Entscheidung getroffen haben, einen kurzen Abstecher durch Bosnien und Herzegowina zu machen. Und es kommt noch besser: in Blagai, 10 Kilometer von Mostar entfernt, finden wir ein nettes Plätzchen (River Camp "Bara") direkt am Fluss. Ausruhen, Sport, Spaziergang zum Derwisch-Kloster und der Karstquelle Vrelo Bune des Flusses Buna.




    Der Tag in dieser Idylle endet mit Blut. Beim Vorbereiten der Süßkartoffel Pommes für das Abendessen schneidet sich Simon mit seinem super scharfen Survivalmesser in den Finger bzw. ein kleines Stück Finger ab. Claudia hat es bereits geahnt, als Simon das Messer für die Kartoffeln zückt... Das war es dann mit Klettern morgen. In der Nähe gibt es Klettergebiet, das Simon erkunden wollte. Übrigens hat Claudia jetzt einen Helm fürs Sichern bekommen, damit sie für den nächsten Sprung gegen den Fels geschützt ist.



    Die Sonne lacht, der Fluss rauscht, gemütlich lassen Claudia und Simon den Tag angehen. Heute geht es Richtung Dubrovnik. Aus Bosnien und Herzegowina wieder rauszukommen, gestaltet sich etwas schwierig. Erst schickt mich Google Maps über Schotterpisten und eine nicht mehr existierende Brücke. Simon steht schon mit den Füssen im Wasser, um den Fluss für eine Durchfahrt auszuloten. Nach 2 Minuten sind seine Füsse eingefroren und wir kehren um. Dann werde ich über einen Schleichweg nach Kroatien geschickt. Wir wundern uns, dass da ein Grenzposten kommen soll. Da kommt zwar einer, aber nicht für uns! Nur für Einheimische, also müssen wir wieder umkehren und durch die Pampa fahren zum nächsten offiziellen Grenzübergang. Wir schaffen es nach Kroatien und übernachten in der Nähe von Slano auf einem kleinen Campingplatz am Wasser, 38 Kilometer vor Dubrovnik.


    Ich komme aus dem Staunen nicht raus, kurz vor acht Uhr hüpft Claudia aus dem Bett und 9.30 Uhr sind die Beiden abfahrbereit nach Dubrovnik. Der Aufenthalt in Dubrovnik ist kürzer als ich dachte. Schon nach zwei Stunden, zwei Cappuccino und zwei Stück Kuchen sind die Beiden von ihrem Stadtbummel zurück. Im Vergleich zu Mostar kann Dubrovnik nicht mithalten. Dubrovnik ist überteuert, überlaufen und dieser besondere Charme fehlt Claudia und Simon.



    Also keine Zeit verplempern, auf nach Montenegro. In Podgorica wollen wir Anette und Thomas besuchen. Die Beiden haben wir letztes Jahr in Montenegro kennengelernt als wir mit meinem Getriebeschaden mehrere Tage am Strand festsaßen. Sie kommen aus Deutschland und leben in Montenegro. Von Dubrovnik sind es über Bosnien 2,5 Stunden Fahrt, wenn nix dazwischen kommt... Gleich nach der Grenze merke ich, dass ich wieder in Bosnien bin. Die Straßen lassen zu wünschen übrig und das Fahrverhalten der Bosnier ist ein Graus! Da kommt mir doch glatt ein gelber VW T3 auf meiner Spur entgegen. Da vergeht mir schnell die Freude einen bosnischen Kumpel zu sehen. Kurz vor knapp schwenkt er wieder auf sein Spur. Ein paar Kilometer weiter, schert ein 2er Golf auf meine Spur aus, einfach so. Ich glaube, die fahren hier alle besoffen oder schlafen am Steuer.



    In Montenegro sind Claudia und Simon um 5 Stempel reicher im Pass (2mal Bosnien rein, 2mal raus, 1mal Montenegro rein). Kurz nach der Grenze, die nächste Überraschung: Straßensperrung wegen Bauarbeiten. Wir sollen 2 Stunden warten, dann ist die Straße wieder geöffnet. Klar, wir haben ja Zeit... GPS Karte raus und Umfahrung suchen. Simon findet eine alte Bahntrasse, die wir über kleine Umwege finden. 10 Kilometer hoppeln wir die alte Trasse entlang, Gestrüpp und Bäume kratzen an mir entlang. Direkt an der Baustelle kommen wir raus. Manche Bauarbeiter finden das lustig, andere nicht und versperren uns mit Absicht den Weg auf die Straße (die hinter der Baustelle befahrbar wäre). Uns doch egal, hoppeln wir eben auf der Trasse weiter. Die Autofahrer am anderen Ende der Straßensperrung stauen nicht schlecht, als ich aus dem Gebüsch gedüst komme.


    Die Wiedersehensfreude in Podgorica ist groß, es ist schön die Beiden und ihre zwei Vierbeiner Betty und Lenny zu sehen.

    Simon fährt mit Thomas vor dem Abendessen noch "schnell" in eine Werkstatt. Mir ist eine Manschette vom Lenkgetriebe gerissen und die lässt sich leichter auf der Hebebühne wechseln. Eigentlich wollte Simon die in Slano wechseln, hatte aber genervt und mit Fett vollgeschmiert nach einer Stunde aufgegeben. Der Gelenkkopf saß zu fest. In der Werkstatt bin ich die Superattraktion. Sie können nicht glauben, das ein echter T3 Syncro vor ihnen steht. Ich werde genaustens unter die Lupe genommen und Simon wird mit Fragen gelöchert. Das Wechseln der Manschette kostet Simon keinen Cent, dafür wird zusammen Schnaps getrunken, gequatscht und er bekommt fünf Manschetten und eine Flasche Schnaps gratis dazu. Das nenne ich mal Service! In der Zwischenzeit warten Anette und Claudia mit dem Essen und fragen sich, was da so lange dauert...







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