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    Übers Meer in die Emirate, fast-Salto-seitwärts, neues Jahr, neue Abenteuer!

    Knapp vier Wochen sind wir durch den Iran gedüst, weite Strecken bin ich durch dieses große Land gefahren. Meinen Spaß hatte ich in den Wüsten Dasht-e Kavir und Dasht-e Lut. Sand unter meinen Pfötchen ist mir einfach das Liebste! Da bin ich echt froh, dass Claudia und Simon meine Leidenschaft teilen. Claudia liebt die Wüste wegen der Abgeschiedenheit, Ruhe und den tollen Farben. Simon und ich lieben sie wegen..., na ihr wisst schon, dem Dünensurfen :-)!

    Zwei Nächte verbringen wir in Bandar Abbas am Meer und dann geht es mit der Fähre rüber in die Emirate, für uns eine völlig neue Welt im Vergleich zu unseren letzten Monaten in Zentralasien. Claudia und Simon haben beschlossen, sich am Hafen für die ganzen Rennereien und dem Papierkram für meine Ausreise, Verzollung, etc. einen Agenten zu gönnen. Sie kontaktieren Morteza der sich um alles kümmern wird. Einen Tag vor Abfahrt treffen wir andere Reisende, die auch die Fähre morgen nehmen und sich ebenfalls mit Morteza verabredet haben. Na da lässt sich sicher noch ein guter Preis verhandeln.

    Morgen Stund hat Gold im Mund, diesmal auch für Claudia und Simon. 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Kaffee zum Sonnenaufgang, zusammenräumen und ihr werdet es nicht glauben: 7.45 Uhr rollen wir vom Parkplatz und sind pünktlich 8.00 Uhr, wie vereinbart am Hafen. Claudia zählt die Stunden, bis sie endlich das olle Kopftuch abnehmen kann. Simon geht im Kopf die Getränkeeinkaufsliste für den Duty Free am Hafen in Dubai durch.


    Am Hafen schlagen wir unser Camp auf, ich stehe im Kreis mit einem Tuck, einem Mitsubishi Pajero und einem Landcruiser, während Morteza den ganzen Papierkram erledigt. Der Tag vergeht recht schnell und die lange Warterei ist gut auszuhalten, bleibt uns ja auch nix anderes übrig. Warum wir allerdings bereits 8.00 morgens hier antanzen mussten, bleibt für uns ein großes Fragezeichen. 21.30 Uhr fährt mich Simon aufs Schiff und gegen halb elf legen wir ab. Zu großen Freude von Claudia und Simon dürfen sie bei mir unten im Frachtraum schlafen und müssen die Nacht nicht oben im Sitzen verbringen.


    Wir schippern übers Meer in unser nächstes Abenteuer. Claudia und Simon liegen in ihrem Bettchen und schlafen trotz Seegang tief und fest.


    Guten Morgen Dubai! Gegen 11.00 Uhr legen wir am Hafen von Sharja an. Die Einreise von uns Fahrzeugen ist wieder ziemlicher Papierkram und Rumgerenne, aber das bekommen Simon und die anderen gut hin. 15.00 Uhr ist alles erledigt und auch ich darf in die Vereinigten Arabischen Emirate einreisen. Noch schnell in den Duty Free (Gin-, Rotwein-, Whiskey- und Biervorräte auffüllen) und dann "Willkommen in the World of Glamour"! Wir schlagen unserer Lager am Strand nicht weit vom Hafen zusammen mit unserer Fährtruppe auf.


    Am nächsten Tag heißt es auf nach Dubai. Überall Wolkenkratzer, Glitzer, Prunk und Shoppingsmalls ohne Ende! Wir sind völlig erschlagen. Ich flitze über saubere Strassen, keine Löcher, keine Schotterwege, kein Wellblech, keine Kamele, Esel oder laufende Büsche, ... nur Luxuskarren um mich rum. Ich vermisse mein Tadschikistian und Kirgistan! Ich fühle mich nicht wohl. Von allen Seiten werde ich angehupt! Aber schnell merke ich: nicht weil ich im Weg fahre! Nein, weil sie mich kleinen VW Bus in ihrem Land herzlich willkommen heißen und sich wirklich freuen mich zu sehen! Ein VW T3 fährt hier nicht so oft rum und schon gar nicht aus Deutschland!


    Ich werde gewaschen, ich bin so dreckig, dass ich mich etwas zwischen all den funkelnden, sauberen Autos schäme. Blitze sauber und funkelnd düse ich weiter und wir steuern eine Werkstatt an. Ihr erinnert euch? Ich fahre ja immer noch mit gebrochenem Traggelenk durch die Gegend und das muss verarztet werden. Wir fahren zu Saluki Motorsport und Simon hofft, dass er in der Werkstatt auch selber schrauben darf. Sehr nette Leute hier und in zwei Tagen können wir zum Schrauben kommen. Perfekt! Und was machen wir die nächsten zwei Tage? Beachlife!


    Vor mir das türkis blaue Meer, weisser Sandstrand und hinter mir die Wolkenkratzer und Luxushotels, echt abgefahren. Thomas, Luise, ihr kleiner Felix und ihr Truck Willy stehen auch hier (Willy und ich waren zusammen auf der Fähre).


    Wir bekommen Besuch aus der Heimat! Stefan, Simons Bruder ist die Tage zum Arbeiten hier und sitzt jetzt gemütlich mit uns am Strand. Stefan, sorry, aber das muss ich kurz erwähnen: bei seiner Ankunft am Strand, gräbt Stefan seinen Mietwagen im Sand ein. Aber Dank der Schaufelprofis vor Ort, ist er schnell wieder draußen. Es wird das ein und andere Bierchen getrunken, erzählt und erzählt und erzählt... Er hat natürlich für mich Ersatzteile dabei, für Claudia und Simon Rinderrouladen, Lebkuchen und weitere Mitbringsel von der Family aus der Heimat. Vielen, vielen Dank! Auch ein kleiner Drahtweihnachtsbaum ist im Päckchen, den Claudia voller Freude an ihre Weihnachtslichterkette hängt. Die letzten Tage hatten sie oft die Frage im Kopf: wo bekomme ich ein kleines Weihnachtsbäumchen her.


    Zwei Tage relaxen wir am Strand, geniessen das Meer und die abendliche Besuche von Stefan. Dann ist Schrauben angesagt, wird Zeit mein Traggelenk in Ordnung zu bringen. 8.00 Uhr morgens düsen wir in die Werkstatt. Voller Optimismus ist sich Simon sicher, spätestens am Nachmittag ist alles repariert. Tja aber es kommt natürlich wieder anderes. Als bereits alle Angestellten die Werkstatt verlassen haben, hänge ich immer noch auf der Hebebühne. Und so verbringen wir die Nacht in der Werkstatt mit einem miauendem Papagei und einer süssen Mietze, die Simon nicht von der Seite weicht. Ja, es war dann doch ein bisschen mehr zu reparieren, wie das eben immer so ist. Aber die Leute in der Werkstatt sind der Wahnsinn und wir fühlen uns sehr wohl hier. Claudia und Simon schlafen sehr gut in ihrem Bettchen auf der Hebebühne.


    Am nächsten Tag gegen Mittag bin ich wieder fahrbereit, alles repariert! Wir treffen uns mit Stefan und seinem Agenten Nahel zum Mittagessen und Claudia und Simon schnuppern ein bißchen Luxus in einem tollen Restaurant. Ich stehe draußen neben den Luxuskarren und unterhalte sie mit meinen Reiseabenteuern. Die haben ja sonst nix zu Lachen hier.


    Nach dem schönen Nachmittag düsen wir zum Traveller Festival, dass ein Scheich jedes Jahr in Dubai organisiert und sich Overlander für Vorträge herfahren oder einfliegen lässt. Das Festival ist ganz nett, aber überschaubarer als wir dachten. Am Abend kommt Stefan noch mal vorbei, er fliegt heute Nacht wieder heim. Stefan es war echt schön mit dir, Claudia und Simon haben das sehr genossen!!! Ich natürlich auch! Wir hoffen dich nach unserem Urlaub im Oman in Dubai wiederzusehen!

    Am nächsten Mittag reisen wir nach dem Frühstück zum IKEA. Ja hier gibt es einen IKEA. Claudia und Simon kaufen neue Teller und zwei Leselampen. Danach geht es an unseren alten Strandplatz, auch unsere Nachbarn Thomas, Louise, Felix und ihr Truck Willy trudeln am frühen Abend wieder an.

    Eigentlich wollten wir Weihnachten im Oman sein. Wir haben heute den 21.12., nach Weiterfahrt sehen mir die Beiden nicht aus. Claudia und Simon starten jeden Morgen mit einer Runde ins Meer hüpfen und Sport. Claudia macht Hula Hoop, Simon Kraftübungen, danach gibt es ein wohl verdientes Frühstück. Claudia packt sogar mal wieder ihre Malsachen aus.


    Am Nachmittag kommen Aneta und Christian an. Die Beiden und ihren Truck haben wir in Kirgistan und Usbekistan getroffen. Die Wiedersehensfreude ist groß! Es ist schön, wenn man Reisefreunde immer wieder trifft, das gibt uns ein kleines bißchen "Heimat", so viele Tausend Kilometer weit weg.


    Zwei Tage später sind wir immer noch hier! Es ist Weihnachten! Thomas, Luise, Felix und ihr Truck Willy fahren heute in den Oman, wir bleiben noch und feiern am Abend mit Aneta und Christian. Es gibt ein Festschmaus: Rinderrouladen von daheim und leckeren Fisch, den Aneta und Christian zubereitet haben. Lichterketten funkeln, Weihnachtsmukke läuft und so kommt auch ein bisschen Weihnachtsstimmung am Strand in Dubai auf. Danke euch Beiden für den schönen Weihnachtsabend!




    Am ersten Weihnachtsfeiertag geht es zum Gold Souk, Claudia darf sich ihr Weihnachtsgeschenk aussuchen. Simon hat Glück, sie steht so gar nicht auf diesen Goldfummel.



    Am 26.12 wollen wir endlich in den Oman reisen, allerdings mit einem kleinen Umweg. Claudia und Simon hören von dem Liwa Sport Festival (racing cars in den Dünen) in der Rub al Chali Wüste bei Abu Dhabi. Kurz überlegt und spontan beschlossen: da machen wir einen Abstecher hin. Mir soll es Recht sein, wie ihr wisst: ich liebe die Wüste! Am 27.12 machen wir uns auf den Weg nach Liwa. Vorher gönnen sich Claudia und Simon noch ein leckeres Frühstück in der deutschen Bäckerei "Bakery Kitchen" und werden vom Chef mit Brezeln und Semmeln für die Fahrt eingedeckt.



    Und dann geht es los, wir verlassen Dubai nach 11 Tagen (geplant waren maximal 5). Ich flitze bis Abu Dhabi über die bisher beste Autobahn, seit ich Europa verlassen habe. Von dort führt eine gut ausgebaute Straße mitten durch die Wüste nach Liwa. Die Leute staunen nicht schlecht, mich hier rum düsen zu sehen. Einer rennt sogar vor lauter Staunen gegen eine Laterne, die ihm im Weg steht. Am Abend kommen wir an der Moreeb Düne an. Was für ein Spektakel und was für ein Geräuschpegel der ganzen knatternden Motoren! Wir suchen uns einen Nachtplatz ein paar Hundert Meter weiter, aber an schlafen ist nicht zu denken! Die ganze Nacht laufen die Motoren auf Hochtour, der Lärm ist unerträglich. Für Claudia steht fest: morgen ist Abreise!

    Ab 6.00 Uhr morgens ist endlich Ruhe! Am frühen Nachmittag fahren wir vor zur Moreeb Düne und lernen Claudi aus den Niederlanden kennen.



    Sie lebt seit vielen Jahren in Abu Dhabi und an den Wochenenden ist sie zum Cruisen mit ihrem Buggy hier. Simon fährt mit ihr in ihrem Buggy die hohe Düne hoch und runter. Und ihr werdet es nicht glauben, unser Schisser Claudia lässt sich auch zu einer Runde überreden. Schreiend düst sie davon und schreiend kommt sie zurück. Es hat ihr gefallen!



    Wir werden mit in das Camp genommen und bekommen Tipps, wo wir am Besten völlig abgeschieden in den Dünen übernachten können. Wir machen uns auf den Weg, ich hoppel über die Dünen und wir finden den perfekten Platz!



    Nachts und tagsüber genießen wir die Ruhe, die tollen Ausblicke abgeschieden in den Dünen und fürs Actionprogramm hoppeln wir über die Dünen zum Festival. Und so bleiben wir dann doch länger. Da es hier keine Touristen gibt, bin ich die Attraktion und die Einheimischen trauen ihren Augen kaum, wenn ich, ClauSi der alte Wüstenhase, an ihren Camps in den Dünen vorbei springe. Überall werden Claudia und Simon herzlich eingeladen und gut versorgt.


    Eine Spazierfahrt über die Dünen geht ein bisschen schief... Simon und ich sind voll im flow, ich gleite über einen Dünenkamm, fühle mich wie der Wüstengott persönlich und dann... Plötzlich softer Sand, ich drifte ab, der Motor verreckt und ich komme in Schräglage zum Stehen. UPS. Wir sind alle drei kurz still. Dann bricht bei Claudia Panik aus, sie ist sich sicher, gleich kugeln wir die Düne runter - Salto seitwärts. Simon steigt zuerst vorsichtig aus. Claudia will nicht aussteigen, sondern lieber zur Stabilisierung sitzen bleiben. Schnell stellt Simon fest, alles halb so schlimm, es besteht keine Kippgefahr. Er holt Claudia raus, die völlig aufgelöst ist. Sofort sind Einheimische und Kinder zum helfen da. Ich werde mit einem Seil an einem anderen Auto angebunden, damit ich auch wirklich nicht kippen kann und langsam bringt Simon mich die Dünen runter.



    Na das ist ja noch mal gut gegangen. Simon und ich lachen, Claudia ist die nächsten Stunden nicht zum Lachen zu Mute. Sie schaut sich kurzweilig nach einem anderen Wüstenauto um, beschließt aber, dass ich einfach der Beste bin! Wo soll sie da auch ihr ganzes Zeug und ihre Deko verstauen?! Wo soll sie schlafen?!


    Wir fahren vor ins Getümmel und begrüßen Aneta und Christian, die heute mit Anetas Mama und Schwester angekommen sind und nehmen sie mit in unser Dünencamp.

    Wir haben den 31.12.2019, zum Jahresausklang wandern Claudia und Simon die Dünen hoch, geniessen ihren Cappuccino und lassen das Jahr Revue passieren. Glücklich und zufrieden sitzen sie auf ihrer Düne und freuen sich auf das neue Jahr!




    Am Abend stürzen wir uns ins Getümmel und feiern zusammen mit Aneta, ihrer Mama, Schwester, Christian und Einheimischen Silvester.


    Am ersten Abend im neuen Jahr sitzen die Beiden nach einer Stunde Wanderung auf einer hohen Düne zum Sonnenuntergang und genießen die Weite. Sie trauen ihren Augen kaum, als über die Dünen ein Auto angefahren kommt. Keine 10 Minuten später steht das Auto oben bei Ihnen, vier Männer steigen aus. Claudia und Simon sind sprachlos, das Auto ist ohne Allrad hier hoch gefahren! Die Vier heißen die Beiden herzlich Willkommen in den Emiraten , fragen ob alles in Ordnung ist, ob sie Wasser brauchen und düsen weiter. Was war das?!?!


    Es wird Zeit für uns weiterzuziehen, der Oman ruft. Wir verlassen das Festival, aber nicht ohne noch mal in ein Camp eingeladen zu werden. Damit Claudia und Simon nicht verhungern, werden sie mit einem kleinen Hai, riesen Keksdosen, Datteln und Wasser versorgt. Ja ein Hai in der Wüste...

    Bevor es in den Oman geht, verbringen wir drei tolle Tage in Abu Dhabi bei Nahel (ihn haben wir Dank Stefan kennengelernt), seiner Frau Nabila und ihren Kids Julie und Basel. Eigentlich wollten Claudia und Simon nur auf einen Kaffee vorbei schauen... Sie genießen ihr Gästezimmer mit eigenem Bad, jeden Tag bekommen sie einen Kuchen gebacken und werden rundum verwöhnt. Der Louvre in Abu Dhabi wird besucht, Kultur muss schließlich auch mal wieder sein und am 6. Januar geht es tatsächlich in den Oman



    Ich frage mich, ob Claudia und Simon vergessen haben, dass in den Oman die Einfuhr von maximal 2 Liter Alkohol pro Person erlaubt ist?! Ich schleppe nämlich 7 Liter Rotwein, 3 Flaschen Gin, 1 Flasche Whiskey und 10 Bier mit mir rum!


    Aber dazu mehr beim nächsten Mal. Auch wie ich den Oman, nach einer tollen Zeit, leider vorzeitig abgeschleppt verlasse. Nein nicht, weil ich von einer Busliese abgeschleppt werde, sondern ich muss von einem Truck Huckepack aus dem Land gebracht werden. Daher auch mein Verzug mit dem Schreiben, euer ClauSi ist krank, sehr krank :-(...


    Bis bald

    Euer ClauSi

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