Planung & Vorbereitung

    Im Frühjahr 2018 stand fest, wir werden noch dieses Jahr unsere Reise starten. Wann können wir los?

    Bis Ende Oktober, Anfang November sollte machbar sein. Wie lange wollen wir frei sein? Auf jeden Fall ein Jahr oder auch länger. Ist genug Geld da? Unser Reisekonto ist gut gefüllt (wir haben vor zwei Jahren angefangen für unseren Traum zu sparen). Unsere schöne Wohnung kündigen oder behalten? Da wir nicht genau wissen, wann wir wieder kommen und ob wir zurück nach Nürnberg wollen, ist klar: Wohnung kündigen und Möbel einlagern.

    Die Welt ist groß, wir fahren los! Und in welche Richtung? Nach rechts, nach links, nach Norden, nach  Süden? Durchquerung von Afrika, rüber nach Südamerika oder Richtung Asien? Lange überlegen wir hin und her, inklusive Erstellung einer Matrix mit verschiedenen Kriterien wie zum Beispiel Landschaft, Abenteuer, Kosten Lebensunterhalt & Treibstoff, Einreisebestimmungen, Klima,  Sicherheit, Erreichbarkeit, etc. Die Entscheidung fällt auf Asien, da können wir einfach los fahren und müssen nicht gleich zu Beginn der Reise Clausi für viel Geld 3-4 Wochen im Container über den Atlantik schicken. Südamerika ist aber nicht komplett gestrichen, nach Asien geht es ja vielleicht noch weiter. Und einen Teil von Afrika nehmen wir auch mit! Da wir im November nicht Richtung Osten fahren wollen (viel zu kalt), geht es zum Überwintern erst mal nach Marokko.

    Jetzt heißt es, Route grob planen und lesen, lesen, lesen (Reiseführer, Blogs, etc.). Im Detail werden wir die Route on the road planen, kommt ja eh meistens anders wie geplant. Einreisebestimmungen für die Länder checken - leider ist die Ostroute nicht die einfachste was Visa und Einreisebestimmungen betrifft. Daher wird ein Plan B als Back-up ausgetüftelt, falls wir Länder umfahren müssen, die uns den Einlass verweigern oder ihre Grenzen kurzfristig schließen. Auch das Klima ist nicht zu vernachlässigen. Zur falschen Zeit am falschen Ort kann es entweder unerträglich heiß (Hitze hält Simon nicht aus) oder saukalt (Kälte und Schnee halte ich nicht aus) werden. Ach ja und wegen Simons Mückenabneigung (das ist noch harmlos formuliert), sollte die Route mückenfrei geplant werden. Das lässt ich nach ersten Recherchen eher nicht umsetzen, daher werde ich ein Moskitonetz für die Schiebetür basteln und zusätzlich Simon in einen Antimückenoverall stecken.

    Die wichtigsten Länderinformationen sammeln, zum Beispiel, wie ist es mit Geld abheben, Diesel, Trinkwasser, welche Grenzübergänge kommen in Frage, welche Gebiete sind Sperrgebiete, wie ist die medizinische Versorgung, was sollten wir uns auf jeden Fall anschauen, wichtige landesspezifische Hinweise, wo gibt es Vertretungen der deutschen Botschaft, etc. Landkarten besorgen und Apps für die Routenplanung runter laden.

     

    Zu Hause ausmisten und endlich mal Ablage der letzten Jahre machen - wir wollen schließlich nicht nach unserer Rückkehr wichtige Dokumente in unsortierten Papiertüten suchen. Obwohl Simon der Meinung ist, dass sein Tütensystem System hat. Ich habe mich für das Sortieren und Ablegen entschieden und war danach sehr stolz meinem Papi meine Ordner mit allen Unterlagen ordentlich sortiert zu präsentieren (er kam aus dem Staunen nicht mehr raus).

    Wohnung und nicht mehr benötigte Verträge und Versicherungen kündigen, eine gute Auslandskrankenversicherung abschließen und Krankenversicherung in Deutschland kündigen, internationalen Führerschein und zweiten Reisepass beantragen. Auch ClauSi braucht Versicherungen und Dokumente wie zum Beispiel das Carnet du Passage.

     

    Schlau machen, wie verhalte ich mich bei Höhenkrankheit, wenn wir den Pamir Highway auf über 4000m Höhe befahren, Ersten Hilfekurs auffrischen, noch mal beim Arzt durchecken lassen (auch Zahnarzt), und eine gute Reiseapotheke zusammen stellen. 

     

    Französisch (für Marokko) und Russisch (für Zentralasien) auffrischen. Okay  Russisch auffrischen ist gelogen, leider eher wieder bei Null anfangen. Meine Russischkenntnisse gehen nicht weiter wie Oma, Fenster, Wer ist da, Ich heiße und bis drei zählen - damit kann ich weder nach dem Weg fragen noch einkaufen. Aber ich kann immerhin auf russisch fragen "wer ist da", wenn es nachts an unserem Bus klopft.

    Listen erstellen, was packe ich für ein Jahr oder auch länger an Klamotten, Schuhen, Kosmetik und sonstigen Dingen ein, die wir brauchen könnten und brauchen werden. Meinen Klamottenhaufen gehe ich immer wieder durch und jedes Mal wird er ein Stück kleiner. Jeder hat seinen eigenen Kleiderschrank und es darf eben nur mit, was rein passt...

    Während ich mich mit all den Fragen und Vorbereitungen beschäftige, schraubt Simon in jeder freien Minute an ClauSi. Nach der Generalüberholung ist ClauSi fit für unser großes Abenteuer.